Grüne Branche

Treffen: BdB und BGL tauschen Meinungen aus

Zu einem offenen Meinungsaustausch trafen sich die Präsidien des Bundes deutscher Baumschulen (BdB) und des Bundesverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL) am 16. Januar 2011 in Hamburg. Ziel war es, so BdB-Präsident Karl-Heinz Plum, Themenfelder zu diskutieren und abzustimmen, die in den nächsten Monaten gemeinsam bearbeitet werden können.

Diskutiert wurde im Gespräch zwiscehn BdB und BGL unter anderem ein Ausbildungsmodul für GaLaBau-Lehrlinge in der Baumschule. Foto: L. Wieland

Zwei Schwerpunkte prägten das Gespräch: Einerseits sehen beide Verbände gemeinsamen Handlungsbedarf, um Politik und Gesellschaft stärker auf die Chancen der grünen Branchen aufmerksam zu machen. Noch viel zu wenig werden die Leistungen des Berufsstandes für die öffentliche und private Wohlfahrt gewürdigt.

Zum anderen ging es darum, wie die Pflanzen- und Pflanzqualität auf Baustellen erhöht werden kann. Beide Verbände sehen gute Möglichkeiten, Hinweise und Hilfestellungen für die Praxis zu geben.

Zur Qualitätssicherung sei es nötig, das Urteil über gelieferte Baumschulware zu schärfen. Diesem Ziel könne das Einschalten von Sachverständigen der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau (FLL) dienen.

Außerdem müsse man sich darüber Gedanken machen, das Urteilsvermögen in den GaLaBau-Unternehmen zu verbessern. Eine Möglichkeit hierzu sei, für Auszubildende im GaLaBau ein Ausbildungsmodul in einer Baumschule vorzusehen. Hier sollte die Zusammenarbeit der Unternehmen vor Ort gefördert werden.

Auch sei es möglich, Informations- oder Seminarangebote zu machen, um den angemessenen Umgang mit Pflanzen auf der Baustelle (etwa bei der Pflege von nicht eingepflanzter Ware) zu fördern. Schließlich müsse an die Auftraggeber immer wieder das Signal ausgesandt werden, dass Qualität ihren Preis hat. Dies sei angesichts des immensen Kostendrucks ein sehr schwieriges Themenfeld.

Die Vertreter von BdB und BGL würdigten die Erfolg versprechende Zusammenarbeit bei der Stiftung „Die grüne Stadt“. Sie sei ein wichtiger Beitrag, um das Thema Grün im Bewusstsein der Öffentlichkeit zu stärken. Beide Verbände haben die Initiative der ELCA (der europäischen Vereinigung des Garten-, Landschafts- und Sportplatzbaus) zu einem Forschungsworkshop in Brüssel begrüßt.

Auch sei es notwendig, stärkere wirtschaftspolitische Akzente zu setzen. Etwa sei es erstrebenswert, die energetische Sanierung des Wohnbestandes um eine echte grüne Komponente zu ergänzen. In diesem Bereich des Lobbyings stünden die grünen Branchen erst am Anfang. In den nächsten Wochen sollen die besprochenen Themen für mögliche gemeinsame Aktivitäten durch die Geschäftsstellen weiter konkretisiert werden.