Treibhausgas-Reduktion: entlastende Maßnahmen gefordert

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Gärtnerische Betriebe müssen angesichts der CO2-Bepreisung entlastet werden, so die Forderung des Zentralverbands Gartenbau. Foto: Christoph Geißler

Gartenbau-Betriebe brauchen Unterstützung für die Treibhausgas-Reduktion, mahnt Jürgen Mertz, Präsident des Zentralverbands Gartenbau (ZVG), an. Hintergrund ist der am 19. August durch das Bundeskabinett beschlossene Klimaschutzbericht 2019, den Mertz begrüßte.

Treibhausgas-Ausstoß in Deutschland weiter gesunken

Dem Klimaschutzbericht zufolge hat Deutschland im vergangenen Jahr 35,7 Prozent weniger Treibhausgase ausgestoßen als noch 1990, 2018 waren es 32 Prozent, 2017 27,5 Prozent weniger. „Der Rückgang des Treibhausgas-Ausstoßes in Deutschland von rund 35,7 Prozent gegenüber 1990 spiegelt die erfolgreichen Bemühungen aller Beteiligten wider“, erklärt Mertz. Die gärtnerischen Betriebe leisteten nach ihren Möglichkeiten ihren Beitrag, wären aber auf entsprechende Rahmenbedingungen und Unterstützungen angewiesen.

Maßnahmen zur Entlastung von Gartenbau-Betrieben

Was Mertz jedoch kritisch sieht, ist die für 2021 angesetzte CO2-Bepreisung, welche besonders Betriebe mit hohem Energieaufwand, wie etwa den geschützten Anbau, schwer belasten und vor große Herausforderungen stellen werde. Um den Strukturwandel in der Grünen Branche nicht noch weiter zu beschleunigen, spricht sich der ZVG an dieser Stelle für eine Reihe Maßnahmen aus, die Gartenbau-Betriebe entlasten sollen:

  • vollumfängliches Abschmelzen der EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz)-Umlage
  • Absenken der Stromsteuer auf den EU-Mindestsatz
  • Erstattung der CO2-Kosten bei Nachweis der Investition in erneuerbare Energien
  • steuerliche Sonderabschreibungen für Investoren in erneuerbare Energien

Außerdem solle der nationale Zertifikate-Handel schnellstmöglich in ein europäisches System übersetzt werden, um weiterhin Wettbewerbsfähigkeit zu gewährleisten.

„Wahre Erfolgsgeschichte“: das Bundesprogramm Energieeffizienz

Als eine „wahre Erfolgsgeschichte“ bezeichnet der ZVG das Bundesprogramm Energieeffizienz, dessen Fortführung Mertz als „außerordentlich begrüßenswert“ betrachtet. Besonders die Förderung einer Umstellung auf erneuerbare Energien sei im Bundesprogramm Energieeffizienz hervorzuheben. „Allerdings muss das Programm so ausgestattet werden, dass die Branche in erheblichem Maße eine finanzielle Umstellungsunterstützung nutzen kann“, so Mertz.

Weiterhin verweist der ZVG darauf, dass er die Torfminderungsstrategie der Bundesregierung unterstützt und sich aktiv an Vorhaben zur Alternativen-Findung beteiligt. Er strebe an, den Torfanteil in Hobbyerden bis 2025 um 50 Prozent und bis 2030 um 70 Prozent zu senken. Der Torfanteil in Kultursubstraten für den Gartenbau soll bis 2025 um 20 Prozent und bis 2030 um 30 Prozent gesenkt werden.

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