Grüne Branche

Trends in Gärtnereien: Kunden fahren auf Kräuter ab

Thomas Schädler vom Beratungsdienst Direktabsatz Ludwigsburg informierte beim Hohenheimer Zierpflanzentag in Stuttgart-Hohenheim über den Verlauf der Beet- und Balkonpflanzensaison 2012. In seinem umfassenden Rückblick informierte Schädler unter anderem auch über die Ergebnisse einer Umfrage, wie die Betriebe bestimmte Trends bewerten. Aus diesen Ergebnissen kann abgeleitet werden, wohin die Entwicklung beim Absatz von Beet- und Balkonpflanzen geht. 

Heftige Niederschläge hatten vor dem Hohenheimer Zierpflanzentag die Pflanzen beeinträchtigt. Trotzdem sahen die Besucher manch Interessantes. Dr. Michael Ernst und Rudolf Feldmann führten durch die Versuche im Sommerblumenbereich. Foto: Edgar Gugenhan

Dass sich die Kunden verstärkt für Kräuter interessieren und diese nachfragen, erhielt den höchsten Zustimmungsgrad von 80 Prozent. Beispielsweise kam aber auch heraus, dass Pflanzenneuheiten als besonders wichtig eingestuft werden. Jedenfalls bejahten 69 Prozent die Frage, ob Neuheiten auch künftig im Beet- und Balkonpflanzen-Sortiment unverzichtbar sind.

Eine deutlich geringere Zustimmungsquote – 46 Prozent Ja-Stimmen – gab es für das Instrument „Pflanzen des Jahres“. Nur 32 Prozent gehen davon aus, dass der Preis eine zunehmende Rolle bei der Kaufentscheidung für Beet- und Balkonpflanzen spielt. Bemerkenswert ist hierbei auch die hohe Zustimmungsquote auf die Frage, ob der „Tag der offenen Gärtnerei“ die Kunden künftig nicht mehr lockt, weil andere Marketingideen gefragt sind. Eine deutliche Mehrheit – 57 Prozent – bejahte die Frage.

Auch auf die Preisentwicklung bei Beet- und Balkonpflanzen ist Thomas Schädler näher eingegangen. Er wies auf die seit 2008 von den baden-württembergischen Beratungsdiensten für Direktabsatz durchgeführten Preiserhebungen hin. Die Preise der Beet- und Balkonpflanzen stiegen im Jahr 2011 um 1,5 Prozent und im Jahr 2012 nochmals um 1,2 Prozent.

Eine interessante Frage sollte zusätzlich geklärt werden. Und zwar, ob der Kunde sich bei den Preisen für Pflanzen aus dem Beet- und Balkonpflanzensortiment auskennt. So wurden Gärtnereikunden befragt, welchen Preis sie wohl für Pelargonien im 12er-Topf bezahlen müssen. Immerhin 70 Prozent der Befragten überschätzten den tatsächlichen Preis, wobei der Mittelwert der Preiseinschätzung bei 2,79 Euro lag. Viele Kunden – nämlich 25 Prozent – trauten sich keine Einschätzung des Preises zu.

Die Ausführungen von Thomas Schädler waren für die Besucher des Hohenheimer Zierpflanzentages sehr interessant, denn es gilt, sich auf die Vorstellungen und Wünsche der Kunden einzustellen und entsprechend zu reagieren. (gug)