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Tückische Kirschessigfliege

Die adulten, etwa 2–3 mm großen Tiere sind heimischen Essigfliegen sehr ähnlich. Die meisten Essigfliegenarten sind jedoch keine Schadorganismen, da sie nur überreifes, herabgefallenes Obst befallen. Weibchen der Kirschessigfliege hingegen können mit ihrem Sägezahn-artigen Legeapparat die intakte Fruchthaut reifender Früchte durchdringen und dort ihre Eier ablegen (insgesamt etwa 400).

Bereits nach einem Tag schlüpfen die Larven (Maden) und beginnen, im Inneren der Frucht zu fressen. Sie verpuppen sich in der Frucht oder im Boden. Innerhalb von 8–14 Tagen ist die Vollendung einer Generation möglich, so dass unter günstigen klimatischen Bedingungen bis zu 13 Generationen pro Jahr auftreten können. Die adulten Fliegen überwintern an geschützten Orten.

Einen Kirschessigfliegen-Befall erkennt man an den Früchten äußerlich an Einstichen und eingefallenen, weichen Flecken; danach kommt es zu Fäule durch pilzliche oder bakterielle Schaderreger. Berichtet wird von Ertragsausfällen von bis zu 80 Prozent, teilweise sogar von Totalausfall.

Die Kirschessigfliege wird über große Distanzen durch befallene Früchte verschleppt; schon wenige Tiere genügen, um innerhalb kürzester Zeit hohe Populationsdichten aufzubauen. Zusammenhängende Obstbaugebiete können daher nach Einschleppung sehr schnell durch natürliche Ausbreitung besiedelt werden. Da sich Eier und Larven vollständig an abgefallenen Früchten entwickeln können, sorgen diese für die massenhafte Vermehrung der Fliegen.

Vorbeugend sollten daher alle Früchte und Blätter von der Anbaufläche entfernt werden. Zurzeit stehen bei uns keine zugelassenen Pflanzenschutzmittel für die gezielte Bekämpfung der Kirschessigfliege zur Verfügung.

Weitere Infos: drosophila.jki.bund.de. db

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