Grüne Branche

Türkischer Zierpflanzen-Verband auf Europa-Kurs

, erstellt von

Der türkische Zierpflanzen-Verband SÜSBIR hat sich als jüngstes Mitglied der European Nurserystock Association (ENA) angeschlossen. Im Gespräch mit der TASPO legt der Verband dar, welche Ziele er mit dem Beitritt zum Europäischen Baumschulverband verfolgt.

Eine Baumschule im türkischen Odemis/Izmir in der Region Ägeis. Foto: SÜSBIR

600 Mitglieder im türkischen Zierpflanzen-Verband

Der 2008 gegründete Verband vertritt als ein Handelsverband die türkischen Zierpflanzen-Anbauer. Die rund 600 Mitglieder sind für fast 50 Prozent der gesamten Zierpflanzen-Produktion in der Türkei verantwortlich. Seit Anfang 2017 stellt SÜSBİR ein Online-Verkaufsportal bereit, in dem Mitglieder ihre Produkte auflisten und Kunden nach den Pflanzen suchen können, die sie benötigen. Ebenfalls zu finden sind Baumschulen, die die gesuchten Pflanzen anbauen.

Die Ziele des türkischen Zierpflanzen-Verbands nach eigenen Angaben:

  • SÜSBIR-Mitglieder sollen Pflanzen nach anerkannten Qualitätsstandards anbauen
  • ihre Produkte sollen europaweit angemessene Preise erzielen
  • SÜSBIR-Mitglieder sollen ihre Produktpaletten erweitern
  • internationales Marktniveau erreichen

3.500 Hektar Zierpflanzen-Anbau im Freiland

Die Türkei befindet sich dank ihrer geografischen Lage in einer für den Zierpflanzen-Anbau idealen Region mit einer breiten Palette an klimatischen Bedingungen. Es gibt rund 3.500 Hektar Zierpflanzen-Anbau im Freiland, fast die Hälfte davon in der Marmara-Region.

Auch die Regionen Ägäis, Mittelmeer und Zentralanatolien verzeichnen eine bedeutende Baumschulproduktion. Die Türkei ist Importeur von lebenden Pflanzen (73 Millionen US-Dollar im Jahr 2016), aber auch bedeutender Exporteur (45 Millionen US-Dollar im Jahr 2016).

SÜSBIR in der European Nurserystock Association

Zu den Zielen seiner Mitgliedschaft in der European Nurserystock Association befragt, sagte der Verband SÜSBIR gegenüber der TASPO: „Als ENA-Mitglied sind wir besser in der Lage, alle EU-Verordnungen im Zierpflanzen-Sektor zu verfolgen und an Aktivitäten teilzunehmen, die von der ENA im EU-Prozess durchgeführt werden.“

In den vergangenen zehn Jahren ist der türkische Zierpflanzen-Sektor laut SÜSBIR schnell gewachsen und exportiert immer mehr Pflanzen nach Europa. „Unser Verband möchte die Zusammenarbeit unserer Mitglieder mit den europäischen Ländern verbessern, dabei ist unser Hauptziel, unseren internationalen Handel zu erhöhen, indem wir europäische Produktionsstandards, insbesondere für Außenanlagen, genau einhalten“, so der türkische Zierpflanzen-Verband gegenüber der TASPO.

In der Verteilung der Produktion nach Produktgruppen (Zahlen von 2015) stehen in der Türkei Freilandpflanzen mit 71,5 Prozent auf Platz eins, gefolgt von Schnittblumen (24,6 Prozent), Zimmerpflanzen (2,7 Prozent) und Blumenzwiebeln (1,2 Prozent).

Zierpflanzen-Exporte in fast 50 Länder

Der Produktionswert von Zierpflanzen entspricht einem Drittel des Produktionswerts von Gerste, der Sektor exportiert derzeit in fast 50 Länder und hat ein Außenhandelsvolumen von 190 Millionen Dollar. Diese Zahl will der türkische Zierpflanzen-Verband SÜSBIR bis 2023 mehr als verdoppeln, sein Exportziel: 500 Millionen Dollar.

In 2017 hatte der Verband in Zusammenarbeit mit einem türkischen Institut für Standards (TSE) unter anderem drei neue Standards für den türkischen Zierpflanzen-Anbau definiert:

  1. Zierpflanzen-Produktion, Begriffe und Definitionen
  2. Zierpflanzen-Sämlinge und -setzlinge, Form, Codierung und Dimensionierung
  3. Zierpflanzen-Nomenklatur