Überlebenskünstler im heißen Sommer: Portulak

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Die fast vergessene Randkultur Portulak hat hervorragende Eigenschaften. Foto: Landratsamt Rastatt

In Zeiten, in denen gesunde Ernährung und Nachhaltigkeit, sowie Vegetarismus immer mehr an Popularität gewinnen, tauchen auch immer wieder altbekannte Pflanzen auf, die bereits in Vergessenheit zu geraten drohten. So auch die Randkultur Portulak.

Nicht wenige unserer heimischen Pflanzen leiden im Sommer unter Trockenheit und Hitze. Das sind allerdings Gegebenheiten, mit denen der europäische Portulak (Portulaca oleracea) hervorragend zurechtkommt und davon sogar profitiert. Somit könnte der Portulak zukünftig auch eine größere Rolle spielen.

Verbreitung in tropischen und subtropischen Gebieten

Zwar findet sich Portulak häufig in tropischen und subtropischen Gebieten wohl, kommt aber in jüngster Vergangenheit auch immer häufiger in Deutschland zum Vorschein. Besonders in den wärmeren Regionen der Bundesrepublik fühlt sich die Pflanze wohl. „Ab Juni ist das niedrige, fleischige einjährige Pflänzchen auf Wegen, in Gärten, Äckern, Weinbergen und Pflasterfugen zu sehen. Ende Juli hat es bereits kleine gelbe Blüten“, erklärt Hannelore Dütsch-Weiß von der Beratungsstelle für Obst- und Gartenbau im Landratsamt Rastatt.

Portulak kommt mit wenig Wasser aus

Portulak fühlt sich am wohlsten bei Temperaturen über der 25 Grad Celsius Marke. Das Gewächs kommt hervorragend mit wenig Wasser zurecht und verdorrt sogar ausgerissen erst nach einigen Tagen, selbst in direkter und praller Sonneneinstrahlung. Somit ist Portulak ein wahrer Überlebenskünstler. Durch ihre fleischigen Blätter kann die Pflanze Wasser gut speichern und verdunstet nur sehr wenig. Nachts öffnet Portulak seine Spalten und nimmt Kohlendioxid auf, was wiederum in der Pflanze gespeichert wird. Erst bei Sonneneinstrahlung und mit dem ebenfalls gespeicherten Wasser wird das Wachstum ermöglicht. Die Spaltöffnungen bleiben also bei Hitze und Sonneneinstrahlung zu, sodass die Pflanze nicht zu atmen braucht und kein Wasser verloren geht. Ein großer Vorteil bei besonderer Hitze.

Portulak kann Kohlendioxid speichern

Das Speichern von Kohlendioxid kommt dem Portulak im Gegensatz zu heimischen Pflanzen sehr zugute. Hiesige Gewächse sind nicht in der Lage Kohlendioxid auf diese Art und Weise zu speichern und müssen demnach bei großer Hitze das Wachstum verlangsamen oder gar gänzlich einstellen. Ein wesentlicher Vorteil für Portulak gegenüber heimischen Gemüsekulturen, denn auch Portulak lässt sich hervorragend als Gemüse zubereiten und verzehren. Das Gewächs hat viele wertvolle Inhaltsstoffe wie gesunde Omega-3-Fettsäuren, Vitamin C, Mineralien und Spurenelemente. Geschmacklich ist Portulak würzig säuerlich und passt gut in Salate.

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