Grüne Branche

Umfrage: Blumen werden wieder wichtiger

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Von einem guten Schnittblumen-Geschäft in 2018 geht man auf den Blumengroßmärkten aus. Schon in den vergangenen drei Jahren waren die Umsätze insbesondere beim regional produzierten Sommerflor deutlich gewachsen. Nun zeigte auch das Oster- und Frühjahrsgeschäft, dass die Verbraucher anscheinend eine neue Lust auf Schnittblumen entwickelt haben. Auf den Blumengroßmärkten hofft man, dass diese Entwicklung auch zum Muttertag anhalten wird.

Tulpen gingen nicht nur auf dem Blumengroßmarkt Hamburg weg wie die sprichwörtlichen warmen Semmeln. Foto: Cordula Kropke/BGM Hamburg

Schnittblumenumsatz spielt Floristen in die Hände

Ostern hat es zu blühen, denn dann beginnt für die Verbraucher der Frühling. Und wenn sich der Frühling wie in diesem Jahr Outdoor nicht ausleben lässt, dann wird er halt ins Wohnzimmer geholt. So ließe sich der phänomenale Schnittblumenumsatz zu Ostern auf den Blumengroßmärkten erklären, der den Floristen in die Hände spielte.

„Es war ein reines Verteilergeschäft, so etwas gibt es sehr selten“, resümiert der Kölner BGM-Geschäftsführer Raimund Korbmacher. „Vor allem die regionale Ware wurde vorrangig nachgefragt, die Erzeuger waren jeden Tag ausverkauft, die Platte war geputzt.“

Nach Ostern normalisierten sich auf dem Blumengroßmarkt (BGM) Köln die Schnittblumenumsätze, bleiben aber weiterhin auf hohem Niveau. Während es in Köln zu den Feiertagen noch keine regional erzeugten Rosen gab, waren die auf dem BGM Hamburg „schon da, aber nur wenige“, meint Klaus Bengtsson.

Bei Zwiebelblumen kein Einbruch der Nachfrage

Bezüglich der Nachkäufe nach dem Osterfest berichtet er aus Hamburg: „Der Tulpenabsatz läuft gleichmäßig weiter, aber die Nachfrage nach gelben Narzissen ist eingebrochen. Ebenfalls stark zurückgegangen ist die Nachfrage nach Blüh- und Treibzweigen, die war vor Ostern sehr gut.“ Mit Blick auf Topfpflanzen heißt es aus Hamburg: „Der übliche Nachfrage-Einbruch bei Zwiebelblumen fand nicht statt. Ostern lag dafür zu früh, gerechnet wird bei uns damit, dass das Geschäft bis Muttertag laufen wird.“

Klaus Bengtsson verweist auf die Rahmenbedingungen, die auf den Blumengroßmärkten das Nachfrageniveau nach Ostern hochhielten. „Es war Monatsanfang, die Gehälter und Löhne wurden gerade erst ausgezahlt, die Leute haben Geld in der Tasche. Zudem war Quartalsbeginn, die Floristen berichten darüber, dass dann vermehrt in den Unternehmen Jubiläen begangen und Blumen gebraucht werden.“

Regionale Schnittblumen fast jeden Tag weg

Bezogen auf die Wochen vor und nach Ostern ist auch Hans-Georg Biller vom Blumengroßmarkt in Mannheim „sehr zufrieden.“ Wie in Köln war ebenfalls in Mannheim die „regionale Schnittblumenproduktion fast jeden Tag weg.“ Gut gelaufen seien „neben Ranunkeln lange Tulpen, obwohl die mit einem Preisniveau zwischen 40 und 60 Cent nicht gerade billig gehandelt wurden.“

Wie auf den anderen Blumengroßmärkten dominierten zu Ostern in Mannheim Gelbtöne die Nachfrage. „Gelb bleibt mit Ostern verbunden wie Rot mit dem Advent“, ist Hans-Georg Biller überzeugt und schließt schmunzelnd an: „Gelb ließ sich zu diesem Osterfest mit Gold aufwiegen.“

Dass für viele Verbraucher Ostern eher Indoor als Outdoor begangen wurde, zeigt auch der Schnittblumenumsatz auf dem Blumengroßmarkt Düsseldorf. Geschäftsführer Peter René Hecker bezeichnet ihn als „sehr gut“. Die Tulpenproduzenten „konnten nicht genug Ware beibringen, obschon das die stärkste Produktionswoche war.“

Rosen kamen rechtzeitig zum Fest

Neben Tulpen liefen ebenfalls „Ranunkeln und Anemonen gut, die ersten deutschen Rosen kamen rechtzeitig zum Fest“. Auf dem BGM Düsseldorf „blieb auch die Preissituation stabil, nur Narzissen, Gerbera, Gemini und Anthurien zogen an.“

Gert Hieber vom Blumengroßmarkt in Stuttgart bestätigt den allgemeinen Schnittblumen-Ostertrend – „die Umsätze waren gut, Gelb bleibt die dominierende Farbe.“ In der Woche nach den Feiertagen habe sich die Nachfrage aber beruhigt, „die Floristen brauchen dann eine Pause.“ Das bestätigt ebenfalls Klaus Bengtsson vom BGM Hamburg. Er traf am Dienstag nach Ostern mehrere Floristen, „die erzählten, wie kaputt sie waren.“ Eine anstrengende Osterzeit in den Blumenfachgeschäften bestätigt aber nur, dass es auch eine umsatzstarke Zeit war.

Hoffnungsvoller Blick auf Muttertag

Raimund Korbmacher, Vorstandsvorsitzender der Vereinigung Deutscher Blumengroßmärkte, sieht in den guten Schnittblumenumsätzen zu Ostern auch „eine allgemeine Tendenz, Blumen werden wieder wichtiger.“ Das stimmt ihn hoffnungsvoll mit Blick auf den nächsten Verkaufsschwerpunkt, den 13. Mai, Muttertag. „Nach statistischen Erhebungen kaufen dann über 70 Prozent der Verbraucher Blumen“, zeichnet er die Perspektive auf.