Grüne Branche

Umsatz der Reichenau eG wuchs 2012 um 50 Prozent

Fast 50 Prozent Umsatzsteigerung erzielte die Reichenau-Gemüse eG im vergangenen Jahr. Wesentlicher Motor für diese überdurchschnittliche Entwicklung war die Vermarktung von rund 3,2 Millionen Kilogramm Paprika aus der Reichenauer Gärtnersiedlung in Singen/Beuren, so die Genossenschaft in ihrem Bericht zum vergangenen Jahr. Fünf Mitglieder der Genossenschaft investierten rund 13 Millionen Euro in eine neue hochmoderne Gewächshausanlage und starteten Anfang 2012 ihren elf Hektar großen Betrieb.

Die Gemüseinsel Reichenau. Werkfoto

Rund 40.000 Paletten regionales Frischgemüse von den rund 100 Familienbetrieben verließen laut Reichenau-Gemüse eG die Gemüseinsel zumeist mit besseren Preisen als im EHEC-Jahr 2011. Mit 15.000 Tonnen wurde die Vorjahrestonnage (2011: 14.000 Tonnen) um 1.000 Tonnen gesteigert.

Der Bio-Anbau wurde im Vergleich zum Vorjahr weiter ausgebaut. Mittlerweile stammten mengenmäßig fast zehn Prozent der gesamten Jahresproduktion aus dem Bio-Anbau. Im Vorjahr 2011 waren dies noch sieben Prozent. Der Anteil der ökologisch bewirtschafteten Fläche in Deutschland liegt im Vergleich hierzu lediglich bei sechs Prozent.

Der Trend zu mehr Bio beflügele auch die Entwicklung außerhalb der Gemüse-insel. Ein weiteres Aussiedlungsprojekt ist derzeit in der Pipeline, so der Geschäftsführer der Genossenschaft, Johannes Bliestle. Mit dem Bau eines drei Hektar großen Gewächshauses für Bio-Produkte bei Aach im Hegau, durch ein Mitglied der Genossenschaft, wird noch in diesem Jahr begonnen.

In Kooperation mit Bioland sollen ab 2014 rund zwei Millionen Bio-Gurken im Jahr produziert und von der Reichenau-Gemüse eG vermarktet werden. Das Besondere an diesem Projekt sei die Energieversorgung. So wird das Gewächshaus fast ausschließlich mit der anfallenden Restwärme einer angrenzenden Biogasanlage beheizt.

Ebenfalls ein im Wachstum begriffener Bereich sind die Gemüsespezialitäten. So setzen die Gärtner der Reichenau-Gemüse in Verbindung mit ihrem gärtnerischen Know-how bereits schon seit Jahren auf Gemüse-Spezialitäten wie die Inselperle, eine Geschmacks-Tomate.

Rund 280 Tonnen dieser Geschmacks-Tomate wurden vergangenes Jahr in der gemeinsamen Vermarktungsorganisation mittels spezieller Verpackungsmaschinen in 500-Gramm-Schalen gepackt und über den Handel vertrieben.

Die positive Entwicklung fordere aber auch ihren Tribut. „Wir platzen mittlerweile aus allen Nähten“, so Johannes Bliestle. Eine Erweiterung der 20 Jahre alten zentralen Vermarktungshalle auf der Gemüseinsel sei dringend notwendig.

So wird die Gemüsehalle 2013 um rund 1.300 Quadratmeter Richtung Westen erweitert. In diesem Zusammenhang sollen auch die Kühlkapazitäten deutlich erhöht werden. Mit dieser drei Millionen Euro teuren Investition stellt sich die Genossenschaft den Anforderungen der Zukunft und will somit ihren rund 100 aktiven Familienbetrieben eine sichere und professionelle Vermarktung der hochwertigen Gemüseprodukte garantieren. (ts)