Grüne Branche

Umweltschutz in Tübingen

Als eines der ersten in Deutschland wurde das Tübinger Friedhofswesen 2003 nach der europäischen Umweltrichtlinie EMAS zertifiziert. Seitdem erfolgten mehrere erfolgreiche Revalidierungen.

Der Eingangsbereich des Bergfriedhofs ist mit Stauden und Gräsern bepflanzt, anstatt der üblichen saisonalen Wechselbepflanzung. Foto: Bernd Walter.

Die EMAS-Zertifizierung (Eco-Management and Audit Scheme) umfasst alle der insgesamt 13 Friedhofsstandorte mit einer Fläche von rund 27,4 Hektar und etwa 14.500 Gräbern.

Der Umweltschutz genießt im Bereich Friedhofswesen eine hohe Priorität. Dies ist in den umweltpolitischen Leitlinien niedergelegt und wird in der betrieblichen Praxis gelebt. Dazu gehört zum einen die umweltverträgliche Planung und Weiterentwicklung der Friedhofsanlagen als bedeutsame Flächen der Ruhe und Erholung für Besucher, Fauna und Flora. Zum anderen wird auf eine umwelt- und ressourcenschonende Gestaltung des laufenden Betriebs Wert gelegt.

Seitdem werden unter anderem die Verbräuche (Wasser, Gas, Strom) turnusmäßig festgehalten und Umweltkennzahlen erhoben. Durch die regelmäßigen Eigenablesungen konnten bereits mehrere Leckagen besonders auf den Ortsteilfriedhöfen entdeckt und zeitnah repariert werden.
Die zum Teil sehr alten und wertvollen Gehölz- und Baumbestände der Friedhofsanlagen werden durch die Ausweisung von Baumschutzbereichen und dem damit verbundenen Wegfall von Erdbestattungsgräbern im Wurzelbereich dauerhafter und langfristiger erhalten.

Für die Vogel- und Tierwelt haben die Friedhofsmitarbeiter zahlreiche Nistkästen in den Bäumen aufgehängt und Vogeltreppen in den Schöpfbrunnen installiert. Inzwischen haben sich auf dem denkmalgeschützten Stadtfriedhof eine Dohlenkolonie und auch Fledermäuse angesiedelt. Außerdem bleiben, wo es aus Sicherheitsgründen möglich ist, Totholz-Bäume stehen, unter anderem für Spechte und Kleingetier. Zusätzlich engagiert sich das Friedhofswesen zusammen mit dem Schwäbischen Heimatbund und dem Katholischen Frauenbund Bühl für den Erhalt kulturell und ortsgeschichtlich wichtiger Friedhofsstrukturen und Denkmalen. Lesen Sie mehr in der Friedhofskultur 7/2014 ab Seite 20.