Grüne Branche

Umzug: Genbank Zierpflanzen nun beim Bundessortenamt

Die Deutsche Genbank Zierpflanzen (DGZ) mit ihren Teilgenbanken Rhododendron, Rose, samenvermehrte sowie vegetativ vermehrte Zierpflanzen und dem Netzwerk Pflanzensammlungen ist inzwischen beim Bundessortenamt angesiedelt. Seit Februar 2014 wird sie von der Behörde koordiniert. 

Rhododendron-Erfassung. Foto: Caroline Schmidt

Am 27. Mai traf sich nun der Fachbeirat für diese Genbank zu seiner ersten Sitzung in Hannover. Mit der Genbank Rhododendron wurden zum Übergang „herausragende Erfolge“ erzielt, so die Landwirtschaftskammer Niedersachsen.

Wie Udo von Kröcher, Präsident des Bundessortenamtes, zur Begrüßung auf der ersten Fachbeiratssitzung betonte, sei die Aufgabe der Deutschen Genbank Zierpflanzen, die Vielfalt von zierpflanzengenetischen Ressourcen zu erhalten und deren Nutzung langfristig zu ermöglichen, „für uns von großer Bedeutung“. Bei der Koordinierung der Deutschen Genbank Zierpflanzen sei es zudem „unerlässlich, die jetzige und künftige Ausrichtung der Genbank im Konsens auf eine breite Basis zu stellen. Dazu wollen wir Züchtung, Berufsverbände, Pflanzengesellschaften und Wissenschaft zusammenbringen.“

Die DGZ trägt laut Bundessortenamt mit vielen sammlungshaltenden und unterstützenden Partnern zur Erhaltung der Vielfalt bei Zierpflanzen bei. Nach weiterem Ausbau der Genbank soll Pflanzenmaterial für Züchtung und Forschung oder für den privaten Anbau abgegeben werden.

Auf „herausragende Erfolge“, die mit einem „beispiellosen Projekt“ erzielt worden seien, verweist die Landwirtschaftskammer Niedersachsen bei dem 2007 begonnenen und ursprünglich auf drei Jahre ausgelegten Modell- und Demonstrationsvorhaben „Dezentrales Genbank-Netzwerk Rhododendron“. Seither besuchten Mitarbeiter der Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau in Bad Zwischenahn private Gärten, Baumschulen, Botanische Gärten und öffentliche Anlagen und prüften deren Rhododendronbestände auf Herz und Nieren.

51 Rhododendronsammlungen aus ganz Deutschland wurden den Angaben zufolge Partner in der 2010 gegründeten „Deutschen Genbank Rhododendron“, eine weitere Sammlung stehe – sozusagen als Krönung zum Abschluss des Modellvorhabens – zur Aufnahme an. Aufgrund guter Arbeit, vieler innovativer Ansätze und der einmaligen, aus dem Projekt entwickelten Datenbank, sei die Laufzeit zweimal verlängert worden. Doch sei nun im Juni 2014 endgültig Schluss. Das Ziel, ein in sich schlüssiges und funktionierendes, arbeitsteiliges Netzwerk aufzubauen, das sich am Beispiel der Rhododendron der langfristigen Erhaltung von Zierpflanzenarten und -sorten widmet, sei erreicht.

In den vergangenen sieben Jahre bündelte die Landwirtschaftskammer nach eigenen Angaben die Sammelleidenschaft vieler unterschiedlicher Personen, Betriebe und Institutionen und führte sie in gemeinsame Aktivitäten zusammen. Das so aufgebaute Netzwerk werde – zukünftig unter der Koordination des Bundessortenamtes – fortgeführt und durch weitere Pflanzengruppen erweitert.

Die Genbank Rhododendron umfasst den Angaben zufolge in den Partner-Sammlungen inzwischen 5.000 Rhododendron-Taxa in 500 Arten und 4.500 Sorten. 4.000 davon wurden in insgesamt 11.000 Exemplaren begutachtet und als „echt“ anerkannt. 24.500 Fotos belegen die Arbeit und die Echtheit der Pflanzen. Alles zusammen kann sich jeder Interessierte in der frei zugänglichen Internet-Datenbank der Deutschen Genbank Rhododendron anschauen, die künftig auf der Homepage des Bundessortenamtes zu erreichen ist.

Die Entwicklung der Deutschen Genbank Zierpflanzen wurde vom Bundeslandwirtschaftsministerium unterstützt und zunächst von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) koordiniert. (hlw)