Grüne Branche

Uni Hannover: Das meint der Fachrat Pflanzenwissenschaften

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In der gartenbaulichen Forschung und Lehre an der Leibniz Universität Hannover (LUH) könnte sich in Zukunft einiges ändern. Wie TASPO Online berichtete, soll nicht nur das Gartenbau-Studium einen neuen Namen bekommen, unter anderem droht auch eines der drei Anbaufächer wegzufallen. Wir sprachen dazu mit den Studierenden, die durch die Reform am stärksten betroffen sind.

„Die Qualität der Lehre erhalten“ (v. l.): Johann Janssen, Jan Fritz, Stefan Struzina und Eric Mühlnikel vom Fachrat Pflanzenwissenschaften. Foto: Antje Lemke

Verschlechterung der Lehrqualität befürchtet

Gegenüber der TASPO äußerten Studierende des Fachrats Pflanzenwissenschaften ihre Befürchtung, dass sich die Lehrqualität verschlechtern könnte. So kritisiert etwa Jan Fritz nicht nur die Zusammenlegung der beiden Masterstudiengänge Gartenbau und International Horticulture, auch der drohende Wegfall von einem der drei Anbaufächer  – Gemüsebau, Obstbau und Zierpflanzenbau – sei nicht hinnehmbar.

Die Studierenden sprechen sich zudem gegen die Idee aus, dass Bachelorarbeiten künftig verstärkt theoretisch laufen sollen – eine Möglichkeit, die es allerdings schon lange gibt. „Wir brauchen unbedingt praktische Versuche, zum Beispiel im Bereich biologischer Pflanzenschutz. Man muss an der Pflanze dranbleiben“, fordert Eric Mühlnikel.

Verlieren „grüne Fächer“ langfristig an Bedeutung?

Jan Fritz befürchtet, dass langfristig die „grünen Fächer“ gegenüber den „roten Fächern“ wie Zellbiologie, die an der Fakultät neu aufgebaut wird, an Bedeutung verlieren könnten. Nicht zuletzt weist Johann Janssen, Präsident des Fachschaftsrats der Naturwissenschaftlichen Fakultät, auf die große Raumnot für Studierende der Fakultät hin: „Wir haben für über 600 Studierende gerade mal vier Tische zum Arbeiten zur Verfügung.“

„Die ganze Entwicklung ist bedenklich, weil Dinge wegfallen, die wir für gesellschaftlich relevant halten“, betont Stefan Struzina, Student der Pflanzenbiotechnologie. Man wolle aber nicht tatenlos zusehen und sich für den Erhalt des Studiums am Standort einsetzen. Aus dieser Motivation heraus haben die Studierenden im Mai 2017 den „Tag der Pflanzenwissenschaften“ an der LUH ins Leben gerufen – aufgrund des Erfolgs wird diese Veranstaltung 2019 wieder stattfinden.