Grüne Branche

Uni Hannover: Wie geht es im Gartenbau weiter?

, erstellt von

Über die Zukunft der gartenbaulichen Forschung und Lehre, vor allem an den Universitäten, wird viel diskutiert – auch an der Leibniz Universität Hannover (LUH). Wie die künftige Entwicklung an der Naturwissenschaftlichen Fakultät, zu der auch der Gartenbau gehört, aussehen könnte, zeigte eine hochschul-öffentliche Fakultätsratssitzung.

Anbaufächer in Hannover: aus drei mach zwei

Die gute Nachricht: Es wird in Hannover weiter Gartenbau geben, und auch das Institut für Gartenbauliche Produktionssysteme (IGPS) wird auf absehbare Zeit Bestand haben. Viele Details sind allerdings zum jetzigen Zeitpunkt noch unklar, sowohl was das Personal als auch die Gebäudesituation angeht.

Im Moment zeichnet sich ab, dass es von den drei Anbaufächern – Gemüsebau, Obstbau und Zierpflanzenbau – künftig nur noch zwei geben wird. Die Professur im Gemüsebau soll nicht wieder besetzt werden, wenn der derzeitige Lehrstuhlinhaber (Prof. Dr. Hartmut Stützel) in einigen Jahren in den Ruhestand geht.

Freie Professuren in der Abteilung Phytomedizin

Dafür könnte in der Abteilung Phytomedizin eine Professur angesiedelt werden – seit der Emeritierung von Prof. Dr. Hans-Michael Poehling ist hier ein Lehrstuhl vakant. Ebenfalls in der Phytopathologie wird in einigen Jahren die Stelle von Prof. Dr. Edgar Maiss frei; diese soll nach den derzeitigen Plänen wieder eine Professur für molekulare Phytopathologie sein, je nach Schwerpunkt des/der Nachfolgers/-in wäre auch wieder Virologie möglich.

Zudem ist für die Nachfolge von Dr. Henning von Alten, Leiter der Arbeitsgruppe Phytopathologie, eine W1-Professur im Fachgebiet Mykologie vorgesehen. Ferner könnte die Entomologie durch einen weiteren, neuen Lehrstuhl für entomologische Biodiversität am neuen Institut für Ökologie gestärkt werden (bisher Institut für Geobotanik).

Zukunft der Biosystemtechnik noch offen

Während die Phytopathologie zumindest personell recht gut aufgestellt wäre, ist momentan noch offen, wie genau es in der Biosystemtechnik weitergeht. Das Fachgebiet Technik wird gegenwärtig von externen Lehrbeauftragten abgedeckt, unter anderen Dr. Gökhan Akyazi (Firma RAM) und Prof. Dr. Thomas Rath (Hochschule Osnabrück). Geplant sei die Einrichtung einer neuen W2-Professur „Phytophotonik“, wobei aber noch unklar ist, ob diese eher am Laserzentrum Hannover oder im Gartenbau angesiedelt wird.

Die Lösung der bestehenden Raum-Engpässe auf dem Campus werde nicht von heute auf morgen möglich sein – aus finanziellen und aus verwaltungstechnischen Gründen. Einige Gebäude stehen zudem unter Denkmalschutz. Bei anderen besteht ein jahrzehntelanger Renovierungsstau, etwa bei der Phytomedizin. Hier sei noch nicht klar, was mit dem Gebäude aus den 1960er Jahren passieren soll. Gespräche mit den Beteiligten sind angekündigt.

Gewächshäusern der Technik-Abteilung droht Abriss

Schon „eingetütet“ ist dagegen der Neubau eines Studentenwohnheims auf dem Campus direkt gegenüber der Phytomedizin. Fest steht auch, dass den alten Gewächshäusern der Technik-Abteilung die Abrissbirne droht, jedoch erst ab Mitte der 2020er-Jahre.

Die Versuchsstation in Ruthe wird wohl zumindest so lange Bestand haben, wie dort noch geforscht wird – einige der Projekte haben eine Laufzeit von zehn Jahren.

Der neue Bachelor-Studiengang „Molekulare und Angewandte Pflanzenwissenschaften“, der aus den Studiengängen Gartenbau-Wissenschaften und Pflanzenbiotechnologie entwickelt wurde, befindet sich gerade in der Endphase der Akkreditierung. Bis auf einige Formalien sei alles geklärt, sodass er zum nächsten Wintersemester starten kann.

Gartenbau-Studium in Hannover unter neuem Namen

Für die nächsten Jahre ist das Gartenbau-Studium in Hannover also gesichert, auch wenn es jetzt anders heißt. Über den neuen Namen wurde lange gestritten – das Ergebnis sei ein Kompromiss, mit dem die meisten Beteiligten leben könnten, meint Dr. Rainer Meyhöfer, Abteilung Phytomedizin.

Der Masterstudiengang Pflanzenbiotechnologie wird wie bisher angeboten, der Master Gartenbau dagegen mit dem Master International Horticulture zusammengelegt. Durch diese Fusion werde eventuell einiges anders, aber das seien keine unüberwindlichen Hürden. Es sei nicht zu erwarten, dass die Lehre dadurch leiden wird, so Meyhöfer.