Grüne Branche

Unternehmenssteuerreform 2008

Dringenden Nachbesserungsbedarf sieht der Zentralverband Gartenbau (ZVG) im Rahmen des Gesetzgebungsverfahrens für den Entwurf der Unternehmenssteuerreform 2008. Bei diesem am 14. März vom Bundeskabinett verabschiedeten Entwurf sei das Bemühen der Bundesregierung erkennbar, für international agierende Unternehmen Regelungen zu schaffen. Damit soll sicher gestellt werden, dass in Deutschland erwirtschaftete Gewinne auch in Deutschland versteuert werden. Der Zentralverband Gartenbau stellt einerseits fest, dass von der Reduzierung der Körperschaftssteuer auch Gartenbau-Unternehmen in der Rechtsform einer Kapitalgesellschaft profitieren werden. Andererseits seien jedoch für viele kleinere und mittlere Unternehmen sowie Personengesellschaften wirkliche Entlastungen nicht in Sicht. Und dies unabhängig davon, ob es sich um landwirtschaftliche oder gewerbliche Gartenbaubetriebe handelt. So etwa werde die Abschaffung der degressiven Abschreibung insbesondere größere Betriebe belasten, prognostiziert der ZVG. Denn aufgrund der geplanten Grenzwerte profitierten sie nicht von der zweifellos verbesserten Ansparabschreibung, dem neuen „Investitionsabzugsbetrag“. Sie würden maßgeblich zu den Nettozahlern der Reform gehören und künftig auf die Zinseffekte ersparter Steuern als Liquiditätshilfe verzichten müssen. Verschärft träfe es die Bereiche, in denen die Betriebe starken Gewinnschwankungen unterliegen und Investitionsentscheidungen kurzfristig vom wirtschaftlichen Erfolg des jeweiligen Jahres abhängig machen. Für sie sei die neue Regelung nicht praxisgerecht.

Besonders kritisiert der ZVG auch den erheblichen zusätzlichen bürokratischen Aufwand, mit dem die Betriebe durch die Unternehmenssteuerreform belastet werden. Dies gilt sowohl für die Regelungen zur Besteuerung des im Betrieb belassenen Gewinns bei Personenunternehmen als auch für die Neuregelung der Abschreibung von geringwertigen Wirtschaftsgütern. Als „bezeichnend“ wertet es der ZVG, dass das Bundesfinanzministerium selbst im Entwurf einräumen muss, dass insgesamt 32 neue Informationspflichten eingeführt werden.

Der Entwurf der Unternehmenssteuerreform 2008 müsse im Gesetzgebungsverfahren dringend nachgebessert werden, so die Forderung des Zentralverbandes Gartenbau. In seiner jetzigen Ausgestaltung führe er lediglich dazu, dass die Einzelunternehmen und Personengesellschaften die Steuerentlastungen für die Kapitalgesellschaften finanzierten.