Grüne Branche

Unwetterbilanz der Gartenbau-Versicherung: zahlreiche Schäden durch Gewittersturm

Ein erstes heftiges Unwetter des noch frühen Sommers zog am Pfingstmontagabend (9. Juni) von Belgien, wo bis zu drei Zentimeter dicke Hagelkörner fielen, über das Rheinland und das Ruhrgebiet weiter Richtung Hannover. Zahlreiche Schadensmeldungen gingen in der Folge bei der Gartenbau-Versicherung ein. 

Heftige Gewitterstürme am Pfingstmontag führten vor allem im Westen Deutschlands zu zahlreichen Schäden auch im Gartenbau. Herunterkrachende Äste zertrümmerten beispielsweise dieses Gewächshaus. Foto: Gartenbau-Versicherung

Die hohen Windgeschwindigkeiten – teilweise wurden Orkanböen mit bis zu 140 Stundenkilometern erreicht – führten laut Gartenbau-Versicherung zu zahlreichen Sturmschäden, insbesondere durch umgestürzte Bäume. Teilweise ungewöhnlich hohe Regenmengen sorgten für übergelaufene Gewächshausrinnen und lokale Überschwemmungen. In Bochum beispielsweise fielen 40 Liter je Quadratmeter in nur einer Stunde. Blitzeinschläge und Überspannungen schädigten elektrische und elektronische Anlagen in einigen Gartenbaubetrieben.

Die Gartenbau-Versicherung rechnet vorläufig in dem betroffenen Gebiet mit rund 200 Sturm-Schadenfällen und einem versicherten Schadenvolumen von rund 1,5 Millionen Euro. Hagelschäden wurden bislang nur wenige kleine bis mittlere aus Deutschland gemeldet. Detaillierte Angaben könnten momentan jedoch noch nicht gemacht werden.

Die Aufräumarbeiten und Schadensregulierungen sind seit Dienstag in vollem Gange. Diese Angaben entsprechen dem Stand vom Abend des 10. Juni, so die Gartenbau-Versicherung. Damit sei für die Mitglieder der Gartenbau-Versicherung bis dahin keine „Katastrophe“ durch das Pfingst-Unwetter eingetreten – auch wenn es den ein oder anderen Gartenbaubetrieb heftig getroffen hat.

Das Unwetter habe einmal mehr die Notwendigkeit gezeigt, sich über die Absicherungsmöglichkeiten gegen Naturgefahren wie Sturm, Hagel oder Starkregen zu informieren, erinnert die Branchen-Versicherung. Auch Überschwemmung, Blitz- und Überspannungsschäden sind versicherbar. Das Versicherungsprodukt der Gartenbau-Versicherung Hortisecur biete hierzu Möglichkeiten, diese Risiken abzudecken.

Laut dem Deutschen Wetterdienst vom Abend des 10. Juni (online) setzt sich die Wetterlage weiter fort: „Die Gefahr unwetterartiger Gewitter besteht weiterhin bis zum kommenden Wochenende. Dabei kann es schweren Hagelschlag, heftigen Starkregen und orkanartige Böen geben. Am Mittwoch treten im Tagesverlauf erneut kräftige Gewitter mit Unwetterpotenzial auf, allerdings bleibt dann der Nordwesten, in den schon kältere Luft eingeflossen ist, gewitterfrei. Speziell im Südosten muss erneut mit Temperaturen über 30 Grad und einer hohen Wärmebelastung gerechnet werden.“ (ts/gv)