Grüne Branche

Unwetterschäden: ZVG setzt sich verstärkt für steuerfreie Risikorücklage ein

Die sich häufenden Wetterextreme in diesem Jahr, zuletzt die verheerenden Hagelstürme, die vor allem in Baden-Württemberg, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen große Schäden in zahlreichen Gartenbau-Unternehmen verursachten, nahm der Zentralverband Gartenbau (ZVG) aktuell zum Anlass, um seiner Forderung nach einer steuerfreien Risikoausgleichsrücklage gegenüber der Politik mehr Nachdruck zu verleihen. 

Örtlich verursachte der Hagelsturm schwerste Schäden. Foto: WGV

Das Ausmaß der Zerstörung durch die Hagelunwetter sei erschütternd, sagte Hartmut Weimann, Vizepräsident des ZVG und Präsident des Württembergischen Gärtnereiverbandes, unter anderem anlässlich eines Treffens mit dem baden-württembergischen Landesminister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Alexander Bonde, in Wannweil.

Weimann betonte dabei, dass es in den letzten beiden Jahren durch Starkfröste, Sturm, Starkregen, Hochwasser und Hagel zu erheblichen Produktions- und Absatzverlusten im deutschen Gartenbau gekommen sei. Außergewöhnliche, finanzielle Belastungen, die einzelne Unternehmen in der Folge zu verkraften hatten, wirkten sich insbesondere auf die Liquiditätsausstattung negativ aus. Da sich derartige Vorkommnisse dem unternehmerischen Einfluss entziehen, sei es für die Betriebe dringend erforderlich, eine ausreichende, finanzielle Vorsorge treffen zu können.

Die Forderung des ZVG an die politisch Verantwortlichen lautet daher: Schaffung einer steuerfreien Risikorücklage für Betriebe. Diese könne sich am pflanzenbezogenen Umsatz orientieren und eine Größenordnung von 25 Prozent des durchschnittlichen Umsatzes der letzten drei Jahre umfassen. Zur Aktivierung der Umlage genüge ein außergewöhnlicher Schadensfall im Pflanzenbestand des Betriebes aufgrund der beschriebenen Tatbestände. Die außergewöhnliche Schädigung ließe sich nach Vorstellung des Verbandes durch ein Gutachten eines öffentlich-vereidigten Sachverständigen feststellen.

Aufgrund des bundesweiten Schadensausmaßes will der ZVG darüber hinaus jetzt prüfen, ob eine Ausweitung des vom Verband eingerichteten Hochwasser-Spendenfonds auf die Hagelschäden möglich ist. In aktuellen Gesprächen mit der Landwirtschaftlichen Rentenbank strebt der Verband zudem an, dass das Liquiditätsprogramm für vom Hagel geschädigte Betriebe geöffnet werden kann. Eine Zusage stehe hier aber noch aus. (ts/ks)