Grüne Branche

Urban Gardening 2.0: Wie wird eigentlich Nachhaltigkeit erforscht?

Im April startete die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Kampagne „Urban Gardening 2.0“ des Leibniz-Zentrums für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) und der Landwirtschaftlich-Gärtnerischen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin (HUB). Im Rahmen des Wissenschaftsjahres 2012 „Zukunftsprojekt Erde“ zeigen Wissenschaftler und aktive Stadtgärtner am Beispiel des Urban Farming, wie aktuell zur Nachhaltigkeit geforscht wird. 

Stadtgarten auf dem ehemaligen militärischen Übungsgelände Tempelhofer Feld in Berlin. Foto: Monique Luckas

ZALF und HUB beschäftigen sich mit der Frage, wie Urban Farming-Konzepte gestaltet werden können, um Ressourcen schonend zur ökonomischen, kulturellen und sozialen Nachhaltigkeit in Metropolen beizutragen. Gemeinsam mit Stadtgärtnern, Nachbarn, bürgerschaftlich engagierten Gärtnern, urbanen Farmern, Stadtplanern und kommunalen Verwaltungen soll die „Nachhaltigkeitsforschung“ greifbar und anhand der Möglichkeiten des städtischen Gärtnerns schmackhaft gemacht werden.

Die Kampagne lädt am Beispiel der Lebensmittelproduktion in der Stadt zum Mitmachen, Ausprobieren und Umsetzen ein. Bei Zwei-Topf-Tagen, im virtuellen Markt für freie Anbauflächen, auf Dachgärten oder Naschbalkonen kann sich jeder an der Aktion beteiligen. Projektkoordinatorin Dr. Andrea von Allwörden (HUB) hat für die deutschlandweite Kampagne spezielle Aktionen und Veranstaltungen in Berlin, Hamburg und Köln eingeplant: „Die Entwicklung ist offen: Forschen zur Nachhaltigkeit heißt eben auch, gemeinsam Sichten und Ansichten zu entwickeln.“

Die Wissenschaftsjahre sind eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gemeinsam mit Wissenschaft im Dialog (WiD). Seit dem Jahr 2000 fördern sie den Austausch zwischen Öffentlichkeit und Forschung. Im Wissenschaftsjahr 2012 „Zukunftsprojekt Erde“ stehen drei zentrale Fragen im Mittelpunkt: Wie wollen wir leben? Wie müssen wir wirtschaften? Und: Wie können wir unsere Umwelt bewahren? Damit fördert das Wissenschaftsjahr 2012 die gesellschaftliche Debatte über die Ziele, Herausforderungen und Aktionsfelder einer nachhaltigen Entwicklung. (idw)