Valentinstag 2022: Vermarkter ziehen positive Bilanz

Veröffentlichungsdatum: , Daniela Sickinger / TASPO Online

Rote Rosen waren auch zum Valentinstag 2022 sehr gefragt. Symbolbild: Jéshoots/Pexels

Mehr Umsatz bei höheren Preisen in verschiedenen Produktbereichen und Absatzkanälen kennzeichneten das Geschäft zum diesjährigen Valentinstag 2022 bei der Veiling Rhein-Maas, Plantion und Royal FloraHolland. Die Vermarktungsorganisationen berichten aber auch über Transportprobleme bei der Luftfracht und den Einfluss der hohen Energiekosten.

Veiling Rhein-Maas: deutliches Umsatz- und Mengenplus in KW 6

Auf eine positive Valentinswoche blickt die Veiling Rhein-Maas nach eigenen Angaben zurück. Die Vermarktungssituation am Valentinstag sowie in der Woche davor wird demnach sowohl an der Versteigerungsuhr als auch beim Klokservice und im Webshop als „insgesamt gut“ bezeichnet. Die Kalenderwoche 6 konnte im Vergleich zum Vorjahr – wo das Valentinsgeschäft durch winterliche Temperaturen beeinflusst wurde – mit einem deutlichen Umsatz- und Mengenplus abgeschlossen werden. Für den Einkauf war nach Angaben des Vermarkters neben der Versteigerungsuhr inklusive Fernkauf vor allem der Uhrvorverkauf gefragt. Hier konnten die Kunden Produkte wie insbesondere die laut Veiling Rhein-Maas stark nachgefragten roten Rosen zu stabilen Preisen reservieren.

Außer Rosen waren in der Woche vor dem Valentinstag den Angaben zufolge insbesondere Tulpen, Gerbera und Sträuße gefragt – hauptsächlich in den Farben Rot, Rosa und Pink. Bei Tulpen konnte rund um den 14. Februar gegenüber dem Vorjahr ein Umsatzwachstum von fast 54 Prozent bei einem gleichzeitigen Mengenzuwachs von etwa 30 Prozent verzeichnet werden. Die Schnittblumenmenge insgesamt war laut Veiling Rhein-Maas in der Woche vor Valentin an allen Tagen höher als im Vorjahr – trotz der Transportprobleme insbesondere aus Kenia sowie der höheren Energiepreise, die sich unter anderem bei der geringeren Verfügbarkeit von roten Rosen bemerkbar gemacht hätten. Frühlingsblumen wie Ranunkeln, Freesien und Hyazinthen erzielten laut Veiling Rhein-Maas ein zufriedenstellendes Preisniveau.

Im Bereich Zimmerpflanzen wurden von den Kunden der Veiling Rhein-Maas in diesem Jahr insbesondere Phalaenopsis, Narzissen, Hyazinthen sowie bepflanzte Schalen stark nachgefragt. Bei Phalaenopsis sei die Menge in Kalenderwoche 6 zwar etwas geringer gewesen, dennoch belegen sie nach wie vor Platz 1 bei den beliebtesten Zimmerpflanzen. Deutlich mehr nachgefragt wurden in KW 6 Zwiebelpflanzen, größere Mengen wurden darüber hinaus bei Grünpflanzen verkauft. Beliebte Gartenpflanzen waren dem Vermarkter zufolge in der Valentinswoche Primeln, Kamelien, Koniferen und Violen.

Plantion: höhere Umsätze bei gestiegenen Preisen

Von deutlich höheren Umsätzen bei gestiegenen Preisen gegenüber dem Vorjahr berichtet auch Plantion aus dem grenznahen Ede. Wie der niederländische Vermarkter gegenüber der TASPO äußerte, wurde in der Valentinswoche an der Uhr ein Umsatzplus von 52 Prozent gegenüber 2021 verzeichnet, das Preisniveau lag hier – bei weniger Angebot – 20 Prozent über dem des Vorjahrs. In der Vermittlung beziffert Plantion das Umsatzplus auf 61 Prozent, im Grünzentrum war der Umsatz demnach fünfmal höher als im vergangenen Jahr. Und obwohl der physische Verkauf an der Uhr dem Vermarkter zufolge wichtig bleibt, habe sich der Umsatz über die digitalen Kanäle wie Fernkauf, Uhrvorverkauf und Webshop gegenüber 2021 verdreifacht.

Tulpen und Import-Sommerblumen wurden laut Plantion gut bezahlt, ebenso wie alles in den Farben Rot und Rosa. Über die gesamte Kalenderwoche 6 wie auch schon vor Valentin war das Preisniveau sehr hoch, wobei die Stückzahlen geringer waren als 2021. Als umsatzstärkste Tage nennt der niederländische Vermarkter den Mittwoch, Donnerstag und Freitag vor Valentin. Im Verhältnis habe in der Valentinswoche mehr Importware zur Verfügung gestanden, insgesamt gebe es momentan auf dem Markt aber zu wenig Blumen. Für manche müssten „historisch hohe Preise“ bezahlt werden, so Plantion – der niederländische Markt tue sich demnach schwer, an diese Preisentwicklung anzuschließen. Chaos herrsche dem Vermarkter zufolge derzeit auch bei der Luftfracht aus Kenia, da die Schnittblumen-Produzenten aufgrund der „astronomisch hohen“ Frachtkosten von sechs US-Dollar pro Kilo sehr gut abwägen müssten, was und wieviel sie schicken. Daneben lassen nach Angaben von Plantion unter anderem auch die steigenden Energiekosten und das anhaltend schlechte Wetter mit fehlender Sonne Qualität und Mengen stagnieren.

Royal FloraHolland: mehr Rosen als zum Valentinstag 2021 verkauft

Wie die Royal FloraHolland meldet, wurden im Vorfeld des diesjährigen Valentinstags insgesamt 155 Millionen Tulpen und 159 Millionen Rosen verkauft. Von der „Königin der Blumen“ seien damit mehr als im vergangenen Jahr abgesetzt worden, wobei die Zahl der Premium-Rosen aus den Niederlanden um 27 Prozent geringer als 2021 gewesen sei. Die Vermarktungsorganisation führt dies auf die hohen Energiepreise zurück, durch die die niederländischen Erzeuger dazu gezwungen waren, ihre Gewächshäuser zu schließen, weil die potenziellen Erträge die sehr hohen Mehrkosten nicht hätten aufwiegen können. Dafür sei 80 Prozent der verfügbaren Produktionsmenge aus Afrika in die Niederlande geliefert worden, erklärt der Vermarkter.

Die Gesamtmenge der in diesem Jahr verkauften Schnittblumen ist laut Royal FloraHolland gegenüber 2021 von 535 Millionen auf 517 Millionen gesunken, dafür habe der Durchschnittspreis um zehn Prozent über dem des Vorjahres gelegen. Bei Rosen blieb der Durchschnittspreis den Angaben zufolge annähernd konstant, bei Premium-Rosen sei er im Vergleich zum Vorjahr dagegen um rund 20 Prozent gestiegen. Ebenfalls sehr gefragt zum Valentinstag waren dem Vermarkter zufolge Chrysanthemen, Gerbera und Lilien, bei den Farben lagen demnach Rot, Weiß und Rosa in der Gunst der Kunden ganz vorn. Auch bei den Zimmerpflanzen wurden laut Royal FloraHolland mehr verkauft als 2021, am beliebtesten waren dabei Phalaenopsis. Der Durchschnittspreis für Zimmerpflanzen lag demnach um etwa zehn Prozent über dem des Vorjahrs.

► Welche Bilanz Landgard zum diesjährigen Valentinstagsgeschäft zieht, lesen Sie in der am 18. Februar erscheinenden TASPO 7/2022.