Valentinstag: Frachtkosten lassen Beschaffungspreise explodieren

Veröffentlichungsdatum: , Sven Weschnowsky / TASPO Online

Rosen werden zu Valentinstag einen deutlichen Preisanstieg verzeichnen, dem sich sich Experten sicher. Symbolfoto: Julia Volk/ Pexels

Am 14. Februar ist Valentinstag, doch auch in diesem Jahr ist der klassische Blumenschenktag wie kein anderer zuvor. Durch pandemiebedingt gestiegene Frachtkosten, sind auch Preissteigerungen bei Schnittblumen zu erwarten. Wie sowohl der Blumengroßmarkt Köln, als auch der Verband des Deutschen Blumen- Groß- und Importhandels (BGI) gegenüber der TASPO bestätigten.

Weniger Transporte per Luftfracht

Vor der Pandemie transportierte Lufthansa Cargo rund 900 Tonnen Rosen zum Valentinstag nach Europa, um die besondere Nachfrage zum Valentinstag zu bedienen. Die Reise der Rosen begann dabei in der Regel in Kolumbien, Ecuador oder Kenia, wo ganzjährig optimale klimatische Bedingungen herrschen. Auf den Blumenfarmen in Südamerika und Afrika wurden die Rosen mehrmals täglich geerntet und anschließend gekühlt weiter zum Flughafen transportiert. 2019 beförderte Lufthansa Cargo etwa auf den Strecken Quito – Frankfurt, Bogota – Frankfurt sowie Nairobi – Frankfurt insgesamt 900 Tonnen der langstieligen Blumen, was in etwa rund 10 Millionen Stück gleichkommt. Das alles hat sich mittlerweile aber geändert. Wie Raimund Korbmacher, Geschäftsführer des Blumengroßmarkts Köln gegenüber der TASPO erklärte, waren es früher pro Tag zwei Maschinen, die täglich Blumen nach Deutschland transportierte und das an sieben Tagen in der Woche. Mittlerweile sei es nur noch eine Maschine an sechs Tagen.

Frachtkosten bis zu 300 Prozent gestiegen

Durch die reduzierten Frachtkapazitäten seien laut Korbmacher auch die Frachtkosten exorbitant gestiegen, lagen sie einst bei 2,50 bis 2,80 Dollar pro Kilo, müssen aktuell bis zu 8,30 Dollar bezahlt werden. Das sei eine Steigerung von rund 300 Prozent. „Die Auswirkungen der teuren Frachten werden wir an den Versteigerungspreisen sehen können“, erklärt Andrea Kirchhoff, PR & Corporate Communications Manager beim BGI auf TASPO-Nachfrage. „Der BGI erwartet deutlich höhere Einkaufspreise für den Großhandel aufgrund der um ein Vielfaches höheren Frachtkosten und der Verfügbarkeit bestimmter Waren, dies wird für einige Produkte stärker zu Buche schlagen, für andere weniger“, so Kirchhoff. „Der Großhandel ist in Bezug auf die Beschaffungswege sehr individuell, so werden einige auf Importe verzichten, andere werden versuchen in einem angemessenen Preisrahmen Waren aus Übersee einzufliegen.“ Für eine weitere Anspannung der Kostensituation sorge zudem der Anstieg der Energiekosten. In den Niederlanden haben sich die Heizkosten etwa verdreifacht, weshalb Produzenten ihre Gewächshäuser weniger beheizen und beleuchten, fügt Korbmacher hinzu.  

Greifen Verbraucher zu alternativen Präsenten?

Obwohl man gestiegene Preise zu verzeichnen hat, könne man diese nicht gänzlich auf die Verbraucher weiterberechnen. „Die vergangenen Monate haben zwar gezeigt, dass die Konsumenten durchaus bereit sind auch höherpreisig einzukaufen, dennoch führen Aktionspreise im Discount zu einer bestimmten Erwartungshaltung, die die Konsumenten mit in den Fachhandel tragen. Es gilt also im Fachhandel mit einem besonderen Angebot bei denen zu punkten, die sich ein individuelles Valentinsgeschenk wünschen“, verdeutlicht Andrea Kirchhoff. Auch Korbmacher erwähnt, dass Verbraucher zu Valentinstag eventuell eher auf alternative Präsente wie Parfüm umsteigen könnten, da die Preise für Importware kaum mehr kalkulierbar seien.