Grüne Branche

Valentinstag: umsatzstark, aber kein Selbstläufer mehr

, erstellt von

Der Valentinstag ist in der Blumenbranche, speziell in den alten Bundesländern, nach wie vor einer der umsatzstärksten Tage im Jahr. Dennoch ist der 14. Februar speziell für Fachhändler kein Selbstläufer mehr. Als Bremse für den Blumenumsatz wirken vielerlei Einflüsse und Entwicklungen, die sich möglicherweise sogar noch verstärken.

An Valentinstag steigt weltweit die Nachfrage nach roten Rosen. Kluge Fachhändler halten aber auch genügend Alternativen dazu bereit. Foto: Norbert Elgner

Hohe Kundenfrequenz bietet Gärtnern und Floristen Chancen

Mit seiner hohen Kundenfrequenz bietet der Valentinstag Gärtnern und Floristen Chancen, sich im besten Licht zu präsentieren – angefangen bei der Produktqualität, über Sortiment, Auswahl bis hin zum freundlichen Service, einschließlich verlängerter Öffnungszeiten. Attribute die der Corporate Identity der Firma dienlich sind.

Andererseits sind aber auch spezielle Maßnahmen wichtig. Wann, wenn nicht am Valentinstag gibt es einen Anlass, auf den Sympathieträger Blumen aufmerksam zu machen? LEH-Märkte und Discounter etwa fahren ihre Verkaufsaktivitäten zu Valentin hoch. Sei es am POS durch in knalligem Rot gehaltene Zonen, mit traditionellen Herzen, Luftballons oder Displays, alles noch unterstützt durch entsprechende Anzeigenschaltungen sowie Plakatierungen.

Sonderereignis Valentinstag aufmerksamkeitsstark ankündigen

Grundsätzlich ist Werbung immer dann angesagt, wenn Bedarf besteht – in unserer Branche eben an Tagen wie dem Valentinstag. Offensichtlich wird dies von vielen Gärtnern und Floristen ignoriert. Während vor gut zehn Jahren Tageszeitungen zu Valentin noch ganze Sonderseiten mit Anzeigen von Unternehmen der Blumenbranche gestalten konnten, gibt es heute nur noch vereinzelte Annoncen zu entdecken. Etliche nutzen allerdings verstärkt Social Media und sprechen so bevorzugt das jüngere Verbraucherpublikum an.

Tatsächlich sollte schon kurz vor und zu Valentin das Geschäft ein anderes Gesicht zeigen. Wo möglich, sollten entsprechende Großplakate, Transparente oder Fahnen das Sonderereignis Valentinstag bereits von weitem ankündigen. Luftballons und Plakataufsteller direkt am Eingang sowie Deckenhänger und Themenaufbauten am POS mit einer lukrativen Auswahl an frisch gebundenen Ideensträußen, setzen den Valentinstag weiter frontal in Szene.

Auch ein Flyer zum Thema Valentinstag mit der einen oder anderen Besonderheit, was Kunden erwarten können, einschließlich eines Hinweises auf die Öffnungszeiten, bietet sich etwa als Thekenausleger an.

Preisgestaltung für viele Konsumenten nicht nachvollziehbar

Häufig ist in Konsumentenkreisen die Rede vom profitgierigen Blumenhändler, der den Valentinstag nutzt, um Käufer richtig abzuzocken. Das Hauptaugenmerk liegt auf dem Preis von langstieligen roten Rosen. Nun regeln in der Marktwirtschaft Angebot und Nachfrage den Preis – hohe Einkaufspreise haben hohe Verkaufspreise zur Folge.

Da an Valentinstag die Nachfrage nach roten Rosen weltweit steigt, vielleicht Konsumenten in anderen Ländern sogar bereit sind, noch mehr dafür zu bezahlen, wird der Markt dort zuerst bedient, was zu einer weiteren Verknappung hierzulande führen kann. Für Konsumenten ist die Preisgestaltung nicht nachvollziehbar und wirkt infolgedessen schnell als Abzocke, mit einer entsprechenden Kaufverweigerung.

Alternativen zu roten Rosen bereithalten

Um dem Eindruck der Abzocke vorzubeugen, halten kluge Fachhändler genügend Alternativen zu roten Rosen bereit. Wie aber zu beobachten ist, fallen zu Valentin veredelte Topfpflanzen, Frühlingsboten in Körben oder Schalen kaum ins Gewicht. Dennoch ist es für den Impulskauf, aber auch als Alternative zu Schnittblumen wichtig, schön und liebevoll bepflanzte Gefäße bereitzuhalten und zwar in mindestens drei Preiskategorien, sodass der Kunde die Auswahl hat.

Welche Einflüsse noch eine Rolle spielen und was unternommen werden kann, um das Valentinsgeschäft dennoch am Laufen zu halten, lesen Sie in der TASPO 06/2019, die am 8. Februar erscheint.