Grüne Branche

Verbandsgerangel: Zurzeit noch ein grünes Flachdach

Das Präsidium des Zentralverbandes Gartenbau (ZVG) hat in seiner Sitzung am 22. März noch einmal seine Zielsetzung bekräftigt, die Interessensvertretung des deutschen Gartenbaus zu bündeln und einen gemeinsamen Auftritt mit den anderen grünen Branchenverbänden gegenüber Politik und Gesellschaft zu organisieren. 

Lobbyarbeit heißt Flagge zeigen – in Deutschland und auf EU-Ebene. Foto: EU

Der ZVG hält weiter und „ohne wenn und aber“ an dem Ziel fest, mit dem Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau und Bund deutscher Baumschulen ein „Grünes Dach“ zu bilden, wie ZVG-Präsident Heinz Herker auf Nachfrage der TASPO bestätigt. Das Prozedere dafür hatte der ZVG allerdings erst einmal unterbrechen müssen (siehe TASPO 9/12). Grund dafür ist laut Herker die Stellung der für den ZVG wichtigen Landesverbände. Diese wollten zuerst einmal für sich die Auswirkungen der vorgeschlagenen Kooperationsmodelle überprüfen.

„Die Landesverbände sind für den ZVG vor allem auch in ihrer politischen Einflussnahme auf Landesebene ein wichtiger Bestandteil, ihre Bedeutung müssen wir in einer späteren Kooperation angemessen berücksichtigen“, fasst Herker zusammen. Hier gebe es vor allem im Hinblick auf die Wege zur Kooperation und auf das Vertrauen zu anderen Verbänden unterschiedliche Einschätzungen, bedauert der Präsident. Aber dieses Problem hält er für lösbar: „Ich bin zuversichtlich, dass wir ein Konstrukt finden, das die Kraft der einzelnen Elemente erhält.“

Um in den Bestrebungen um das „Grüne Dach“ weiter voranzukommen, möchte der ZVG erst einmal einen kleineren Schritt hin zu einer gemeinsamen Plattform der Verbände voranstellen. „Eine Art Zentralausschuss Gartenbau oder Plattform Gartenbau“, erläutert Herker, für die man feste Aufgaben, Zuständigkeiten (beispielsweise: Wer sagt was in der Öffentlichkeit?) und Sitzungstermine etablieren möchte. „Wenn diese Plattform so ausgefüllt wird, dass alle Bereiche gebührend vertreten sind, wird sich genug Vertrauen für weitere Schritte aufbauen“, ist sich Herker sicher. Ein echtes „Grünes Dach“, das mit einer Stimme für die gesamte Branche spricht, sei damit zwar nicht erreicht – aber ein wesentlicher Schritt dahin. Denn parallel dazu soll, so schlägt der ZVG vor, das vereinbarte Prozedere hin zum „Grünen Dach“ weitergehen.

„Die Plattform schafft ein Miteinander“, ist Herker überzeugt. Für Ideen und Anregungen, wie man diese Plattform ausfüllen kann, sei der ZVG offen. Herker selbst hofft auf eine weitere Amtszeit für sich, da ihm die Gemeinsamkeit der Verbände der Branche sehr am Herzen liegen. „Ich würde diesem ungeborenen Kind gerne auf die Welt helfen, es in seiner weiteren Entwicklung ein Stück weit begleiten“, bietet er an. Das würde er auch in einer verkürzten Amtszeit tun, um jüngeren Bewerbern danach Platz in dem Amt zu machen. (kla)