Grüne Branche

Verbesserte Energieeffizienz trotz gestiegenem Gasverbrauch

Das Landbau-Ökonomische Institut LEI der Universität Wageningen bescheinigte dem niederländischen Unterglasgartenbau eine deutliche Verbesserung der Energieeffizienz seit 1980. In seiner Studie "Energiemonitor van de Nederlandse glastuinbouw 2000 - 2006" kam das Institut zu dem Schluss, der Unterglasgartenbau habe im Jahr 2005 immerhin 54 Prozent weniger Primärenergie (sprich: Erdgas) je Produkteinheit als 1980 verbraucht. Als Produkteinheit ist beispielsweise ein Quadratmeter Produktionsfläche für Schnittblumen oder Topfpflanzen gemeint. Das in einer Absprache mit der niederländischen Regierung formulierte Ziel, bis zum Jahr 2010 eine Primärenergieeinsparung um 65 Prozent zu erreichen, sei durchaus realistisch. Generell bleibe der Unterglasgartenbau natürlich ein Energie-intensiver Sektor. Die Verbesserung der Energieeffizienz im Untersuchungszeitraum (2000 bis 2005) basiere auf 14 Prozent Produktionssteigerung und sieben Prozent weniger Primärbrennstoffverbrauch je Quadratmeter Gewächshausfläche. Gegenüber 1980 wurde die Flächenproduktivität etwa verdoppelt. Die CO2-Emissionen - bezogen auf den Anbau gärtnerischer Unterglasprodukte - wurden für 2005 auf 6,1 Megatonnen beziffert. Dies seien elf Prozent weniger als 1990 und lägen deutlich unter dem angestrebten Wert. Die starke Zunahme von Blockheizkraftwerken (Wärmekraftkopplung) habe einerseits per Saldo den Primärbrennstoffverbrauch gesenkt und damit die Energieeffizienz verbessert. Zugleich erhöhten sich aber der Erdgasverbrauch und damit die gesamten CO2-Emissionen, während die CO2-Emissionen für den Anbau dank der Nutzung der bei der Stromerzeugung freigesetzten Wärme sanken. Die elektrische Leistung der in holländischen Gartenbaubetrieben eingesetzten Wärmekraft-Installationen wurde für Anfang 2007 auf 1600 bis 1700 Megawatt beziffert. Dies entspreche zwei bis drei Elektrizitätszentralen. Der Anteil nachhaltiger Energie sei zwar von 0,1 Prozent im Jahr 2000 auf 0,4 Prozent im Jahr 2005 gestiegen. Dies liege aber noch weit entfernt von den vier Prozent, die bis zum Jahr 2010 angestrebt sind. Die Zunahme des Anteils nachhaltiger Energie basiere auf der Verwendung von Sonnenenergie (geschlossenes Gewächshaus mit Wärmepumpe und Aquifer) sowie dem Einkauf von Strom aus nachhaltiger Energie. Nach dem Datenmaterial des LEI-Energiemonitors vergrößerte sich die Gewächshausfläche des niederländischen Produktionsgartenbaus von 8527 Hektar (1980) auf 10028 Hektar (2005). Der Erdgasverbrauch stieg im gleichen Zeitraum von 3352 auf 3686 Millionen Kubikmeter (plus drei Millionen Kubikmeter aus anderen fossilen Energieträgern und 4,17 Millionen Gigajoule aus Restwärme). Der Bericht "Energiemonitor van de Nederlandse glastuinbouw 2000 - 2006" kann auf der Internet-Website des LEI (www.lei.wur.nl) heruntergeladen werden.