Grüne Branche

Verbrannt und dann vergessen?

Sozialbestattungen dürften nicht automatisch im „Verbrennen“ münden, das fordert Pastor Stefan Wagner aus Hagen a.TW. Trauer habe besondere Zeiträume und Dimensionen, deswegen sei vielfach eine Erdbestattung angemessener und passe auch eher in den hiesigen Kulturkreis, meint er. Autorin Imma Schmidt besuchte das Krematorium des Heger Friedhofs in Osnabrück.

Wenn es um kostengünstige Bestattungen geht, taucht oft das Thema Kremierung auf. Foto: Schmidt

Die aktuellen Zahlen zum Verhältnis von Erd- und Feuerbestattung liegen je nach Quelle zwischen 60 zu 40 und etwa 50 zu 50 Prozent. Die Tendenz zur Feuerbestattung ist jedoch deutlich erkennbar weiter zunehmend, gerade in größeren Städten.

Das Thema „Kremierung“ (Verbrennung) tauche tatsächlich immer dann auf, wenn es um die Frage einer möglichst kostengünstigen Bestattung auf Gemeindekosten gehe und der Verstorbene nicht ausdrücklich eine Erdbestattung verfügt habe, bestätigt Robert Wellmann, Fachbereichsleiter Ordnung der Gemeinde Bad Essen. Auch im Fachbereich Ordnung der Stadt Osnabrück ist das nicht anders, erklärt Rolf Brall. Ihm ist jedoch wichtig, dass nicht nach dem Verbrennen auch automatisch eine anonyme Beisetzung erfolgen müsse. So ist er froh über die Zusammenarbeit mit den „Sozialen Diensten“ (SKM), die in Zusammenarbeit mit evangelischer und katholischer Kirche, vor allem bei verstorbenen Obdachlosen, eine Trauergemeinde organisieren. Mehr dazu in der August-Ausgabe der Friedhofskultur ab Seite 28.