Grüne Branche

Verhandlungen von EU und EAC vorerst gescheitert: Kenianische Blumen bald zollpflichtig?

Gespräche zwischen der East African Community (EAC) und der Europäischen Union (EU) bezüglich der Unterzeichnung eines Wirtschaftspartnerschaftsabkommens (WPA, englisch EPA) sind in einer Pattsituation geendet. Wie die Online-Plattform HortiBiz mitteilt, scheint eine Verlängerung des zollfreien Zuganges zum EU-Markt, den kenianische Blumen derzeit genießen, damit sehr unwahrscheinlich. 

Blumen aus Kenia könnten ihren zollfreien Zugang zum EU-Markt schon ab 1. Oktober verlieren. Foto: mediagram/Fotolia.com

Als Folge der gescheiterten Verhandlungen liege es nun am Blumensektor, sich auf die Einführung dieser Zölle – Stichtag wäre bereits der 1. Oktober dieses Jahres – vorzubereiten. Berichten zufolge bewegten sie sich zwischen fünf und 8,5 Prozent – mit Ausnahme von Nelken, die bei null Prozent blieben.

„Es ist von großer Besorgnis für die gesamte Versorgungskette Blume, mit so einer Situation, die sich stark auf die Wettbewerbsfähigkeit der Kenia-Blumen auf dem EU-Markt auswirken und damit allen Segmenten der Lieferkette – auch auf europäischer Seite – dauerhaft schaden könnte, konfrontiert zu werden“, so Sylvie Mamias, Generalsekretärin der Union Fleurs, gegenüber HortiBiz.

Gemeinsam mit dem Kenya Flower Council habe der Weltverband in den letzten zehn Jahren intensive Lobbyarbeit betrieben, um für einen positiven Ausgang der Handelsverhandlungen zu sorgen: „Wir werden damit fortfahren, uns um ein baldiges positives Ergebnis zu bemühen. Gleichzeitig unterstützen wir unsere Mitglieder, damit sie für ein mögliches Eintreten der neuen Situation ab 1. Oktober bereit sind.“

Die EAC gehört zur Gruppe der afrikanischen, karibischen und pazifischen Staaten (AKP). Das aktuelle Verhältnis zwischen den AKP und der EU wird vom Cotonou-Abkommen aus dem Jahr 2000 bestimmt. Hiernach gibt die EU AKP-Exporten freien Zugang zu ihren Märkten. Zwischenzeitlich hat die EU nun Verhandlungen mit diversen AKP-Gruppierungen bezüglich eines gegenseitigen freien Marktzuganges aufgenommen.

Das vorläufige Scheitern der Gespräche mit der EAC liegt laut eines Berichtes auf AllAfrica.com zum einen in deren Befürchtung begründet, dass die Zulassung subventionierter Agrarprodukte aus der EU den lokalen Markt – die Quelle des Lebensunterhaltes für Millionen Bürger – destabilisieren könnte, da die lokale Landwirtschaft nicht auf gleichem Entwicklungsniveau ist und die EAC nicht das gleiche Maß an Unterstützung bieten kann.

Zum anderen sehe die EAC die Zölle auf Rohstoffexporte als wichtig für die Entwicklung der Landwirtschaft und verarbeitenden Industrie sowie die Aufrechterhaltung der Währungsstabilität an. Die EU bestehe wiederum auf deren Wegfall.

Laut AllAfrica.com entfallen etwa 40 Prozent der Frischwarenexporte Kenias auf die EU – Blumen machen dabei derzeit einen Wert von rund 537 Millionen US-Dollar pro Jahr aus. (ts/jl)

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