Grüne Branche

Verlässlicher Gegenspieler der Fruchtfliege entdeckt

Fruchtfliegen, wie die Kirschfruchtfliege oder die mediterrane Fruchtfliege, sorgen im Obst- und Weinbau für erhebliche Ertragseinbußen. In Deutschland sind vor allem Süß- und Sauerkirschen, Aprikosen und Pfirsiche betroffen. Wissenschaftler der Universität Guelph in Kanada haben nun einen verlässlicheren Gegenspieler entdeckt: die Schlupfwespenart Mucidifurax raptor, die schon gegen Stubenfliegen eingesetzt wurde. Die Weibchen der Fruchtfliegen legen ihre Eier auf unreife Früchte. Nach dem Schlüpfen dringen die nur drei Millimeter großen Maden in das Fruchtfleisch ein und fressen sich bis zum Kern vor. Die Früchte verfaulen. Aufgrund des späten Befalls ist eine chemische Behandlung schwierig, da für die meisten Mittel eine Wartezeit gilt. Auch die bisher genutzten Parasiten zur biologischen Bekämpfung der Fliegen erwiesen sich als wenig zuverlässig. Nicht so Mucidifurax raptor. Das räuberische Insekt legt seine Eier in die im Boden überwinternden Puppen ab. Die schlüpfenden Larven töten anschließend die Wirtspuppe. Dadurch wird der Entwicklungszyklus der Fliegen unterbrochen. In Praxistests konnte die Ausbreitung des Schädlings langfristig gestoppt werden. Ein Vorteil der Wespenart ist nach Ansicht der Experten, dass sie sich leicht vermehren lässt. Eine kurzfristige kommerzielle Produktion sei deshalb kein Problem.