Grüne Branche

Verstorben: Hochschule Weihenstephan-Triesdorf trauert um Martin Jauch

Wie die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) erst jetzt bekannt gab, ist ihr langjähriger Mitarbeiter Martin Jauch bereits am 28. August völlig unerwartet im Alter von 59 Jahren verstorben. Sein „Leitfaden zur Kompostierung im Garten“ und die Entwicklung eines Verfahrens zur Untersuchung der Wurzelfestigkeit von Bahnen und Beschichtungen für Dachbegrünungen sind in der Branche bis heute hoch geschätzt. 

Martin Jauch. Foto: privat

Der 1954 in Tettnang am Bodensee geborene Jauch begann nach einer Gärtnerlehre sein Gartenbaustudium an der Fachhochschule Weihenstephan. Bereits als Student war er laut HSWT im damaligen Institut für Bodenkunde und Pflanzenernährung als Gärtnergehilfe beschäftigt und forschte mit seinem damaligen Chef Prof. Dr. Peter Fischer im Rahmen von Entwicklungsaufträgen des Staatsministeriums für Landesentwicklung und Umweltfragen über die Kompostierung organischer Reststoffe als Torfersatz.

Leitfaden zur Kompostierung
Der aus diesen Arbeiten entstandene „Leitfaden zur Kompostierung im Garten“ trug laut HSWT wesentlich dazu bei, das Verhältnis der Freizeitgärtner zur Kompostierung zu revolutionieren. Die daraus entstandene gute Zusammenarbeit des Instituts für Gartenbau mit der Fachvereinigung Bayerischer Komposthersteller dauert bis heute an. Die umfangreichen Erkenntnisse und Erfahrungen aus diesem Projekt brachte Martin Jauch auch in das spätere Forschungsprojekt „Fachgerechte Düngung im Garten unter Berücksichtigung der Stickstoffgehalte im Boden“ ein.

Grundlage für internationales Prüfverfahren geschaffen
Daneben war die Dachbegrünung ein wichtiger Themenbereich in Jauchs Arbeit. Die Entwicklung eines Verfahrens zur Untersuchung der Wurzelfestigkeit von Bahnen und Beschichtungen für Dachbegrünungen ist heute Grundlage für ein internationales Prüfverfahren (Europäische Norm EN 13948). Darüber hinaus lag Jauch die Anlage und Pflege von Dachbegrünungen am Herzen. Zuletzt bearbeitete er ein Projekt, in dem es um die Kühlwirkung von Dachbegrünungen bei Nutzung von gering verschmutztem Abwasser ging.

Ein weiteres nennenswertes Forschungsgebiet von Jauch war die Entwicklung von Verfahren zur Prüfung der Wurzel- beziehungsweise Rhizomfestigkeit von Gewässerabdichtungen, Kanalrohrdichtungen und Bambussperren. (ts)