Grüne Branche

Versuche zum Gemüseanbau auf dem Dach: Regnet es bald Tomaten?!

Die Ernährung der Weltbevölkerung steht vor immer tiefgreifenderen Veränderungen. Angesichts steigender Weltbevölkerung, zunehmender Urbanisierung, Klimawandel, steigender Düngemittelpreisen und einer extremen Flächenkonkurrenz mit Biomasse- und Fleischproduktion, bedarf es innovativer Ansätze um neue Flächen zu erschließen, welche dem heutigen Qualitäts- und Ertragsniveau entsprechen. 

Die Projektgruppe inFARMING im Fraunhofer Institut „Umsicht“ und seine Projektpartner arbeiten derzeit an einer Möglichkeit, dieser Problematik teilweise Herr zu werden. Die Idee ist alt: Gemüseanbau in der Stadt. Doch anstatt, wie in Schrebergärten und in sozialen Stadtteilprojekten brach liegende Flächen zu kultivieren, will inFARMING hoch hinaus auf die Dächer der Stadt.

Ziel ist es, Gewächshäuser auf Dächern in Ballungsgebieten zu errichten um so ressourcenschonende, flächeneffiziente, aber auch wirtschaftliche Gemüseproduktion zu ermöglichen. inFARMING plant mit seinen Projektpartnern den Bau eines Versuchsgewächshauses in Duisburg am Fraunhofer inHaus-Zentrum. Der Kooperationspartner BrightFarms Inc. aus den USA betreibt derzeit bereits mehrere dieser Hochhausgewächshäuser.

Bei der Konstruktion bedarf es neuer Entwicklungsansätze in den Bereichen Leichtbaumaterialien, Belichtung, gebäudeinterne Energienutzung und Wassermanagement. Dabei sollen sich diese „urban farms“-Kreisläufe innerhalb des Gebäudes schließen. Das betrifft Bereiche wie Abwasser- und Abwärmenutzung oder auch Beleuchtung und Aeroponik.

Weitere Vorteile sind, dass lange Transportwege und Lagerung entfallen und die Produkte direkt vermarktet werden können. Dies entspricht auch dem Kundenwunsch nach mehr Regionalität und führt zu CO2- sowie Kosteneinsparungen.

Mehr zu diesem Thema lesen Sie in unserer aktuellen TASPO Ausgabe 37/2012. Unter anderem, wie sich die Schwermetallbelastung aus der Luft auswirkt und ob diese auch das Projekt von inFARMING betrifft. (ts)