Versuchsergebnisse: Callunen nicht zu lange kühl lagern

Veröffentlichungsdatum: , Katrin Klawitter

Verkaufsreife Callunen werden in manchen Betrieben im Kühlhaus zwischengelagert, um ein schnelles Abblühen der Pflanzen zu verhindern. Foto: Green Solutions

Wie lange sich Callunen in der Kühlung lagern lassen und bei welchen Temperaturen, damit beschäftigte sich die LVG Bad Zwischenahn.

LVG testet Einfluss der Lagertemperatur

„Viele Betriebe lagern Callunen kühl, um den Absatz nach hinten zu verschieben, vielleicht zu preislich besseren Zeiten zu verkaufen oder um Liefertermine zu erfüllen“, weiß Dr. Elke Ueber von der Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau (LVG) Bad Zwischenahn. Grund, warum sie in zwei Versuchskomplexen 2021 zum einen frühe, mittelfrühe und späte Sorten bis zu acht Wochen bei zwei und fünf Grad einlagerte, zum anderen den Einfluss der Lagertemperatur von zwei und fünf Grad auf diese Sorten bei bis zu drei Wochen Lagerung testete.

In die Kühlung kamen die Pflanzen, wenn sie eine sortentypische Ausfärbung zeigten. Zusätzlich erfolgte eine Kontrolle mit Pflanzen, die durchgängig im Freiland wuchsen. In den Versuchen zeigte sich, dass alle eingelagerten Pflanzen den im Freiland stehenden in der Qualität in nichts nachstanden, unabhängig von Lagertemperatur und -dauer. Je länger sie gekühlt wurden, desto später waren sie entsprechend im Freiland später verblüht.

Haltbarkeit verkürzte sich mit zunehmender Lagerdauer

Deutliche Unterschiede zeigten sich allerdings in der Länge der Haltbarkeit: Diese verkürzte sich mit zunehmender Lagerdauer und führte zu einem kürzeren möglichen Verkaufszeitraum der gekühlten Ware. „Entsprechend verkürzt sich mit längerer Kühllagerung von Callunen auch die Haltbarkeit später beim Endverbraucher, und zwar durchgängig bei fast allen geprüften Sorten“, so Ueber. Allerdings ist dieser Zeitraum nach einer Kühllagerung beispielsweise von zwei oder drei Wochen noch wenig spürbar, sowohl Verkaufszeitraum als auch Haltbarkeit beim Endverbraucher verringerten sich hier jeweils um wenige Tage ab Ausräumen.

Erst bei einer langen Lagerdauer von acht Wochen waren die Pflanzen sortenspezifisch später lediglich nur 20 Tage handelsfähig und beim Endverbraucher neun Tage haltbar, boten also nur noch einen geringen Handels- und Haltbarkeitsspielraum. Am besten waren die genannten Einflüsse bei weißen Sorten sichtbar, einzelne Ausnahmesorten wie ‘Sophia’, ‘Lilli’ und ‘Loki’ wiesen hier nur sehr uneindeutige Versuchsergebnisse aus – bei allen anderen untersuchten Sorten stimmten die Aussagen überein.

Weitere wichtige Aspekte der Untersuchungen

Zwei weitere wichtige Aspekte der Untersuchungen: Die Kühltemperatur, ob zwei oder fünf Grad, hatte bei bis zu drei Wochen Lagerung keinen Einfluss auf die Ergebnisse – die Praxis kann also aus Kostengründen durchaus die höhere Temperatur in ihren Kühlhäusern fahren. Ein weiteres spannendes Ergebnis: Das Fungizid Switch, vor der Kühlung ausgebracht, um Pilzbefall zu verhindern, hatte in den Versuchen keinen negativen Einfluss auf die Haltbarkeit nach der Kühlung.

► Für alle, die tiefer ins Thema einsteigen möchten, bietet die am 23. Juli erscheinende Gärtnerbörse 4/2022 mit dem Schwerpunkt „Azerca-Kulturen“ Gelegenheit. Hier finden Sie viele der Bad Zwischenahner Versuchsergebnisse in ausführlicher Form, sowie anderes Interessantes wie „Pilzliche Erkrankungen an Azerca-Kulturen – eine Herausforderung für die Zukunft“.