Grüne Branche

Versuchsreihe: Liguster – ausreichend Kupfer düngen!

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Gelegentlich treten bei verschiedenen Arten und Sorten von Ligustrum in Containerkultur Wachstumsdepressionen auf, deren Ursachen bisher unklar waren. Neben Bor- und/oder Kupfermangel wurde Biuret-Toxizität als Ursache vermutet.

Ligustrum der Versuchsglieder 1 bis 6 (oben, v. l.) und der Versuchsglieder 7 bis 14 (unten, v. l.) am 15. November 2018. Fotos: Heinrich Beltz

Ligustrum im Versuch unterschiedlich gedüngt

In einem Versuch in Bad Zwischenahn wurden im vergangenen Jahr Jungpflanzen von Ligustrum ovalifolium ‘Aureum’ aus Multiplatten in 2,0-Liter-Container getopft und unterschiedlich gedüngt. Dafür wurden verschiedene Depotdünger eingesetzt, die meisten wurden mit 4,0 g pro Liter Substrat dosiert. Lediglich der umhüllte Harnstoff wurde wegen seines hohen Stickstoffgehalts mit nur 1,6 g/l eingemischt.

Durch Zugabe des Spurenelementdüngers Radigen sowie eine Behandlung mit Biuret (eine Verunreinigung, die in kleinen Mengen in Harnstoff enthalten ist und bekanntlich bei Hypericum zu Schäden führen kann) wurden die Versuchspflanzen unterschiedlich hohen Mengen an Spurenelementen und Harnstoff/Biuret ausgesetzt. Pro Versuchsglied wurden drei Wiederholungen mit je zehn Pflanzen in einer randomisierten Blockanlage aufgestellt.

Wachstumsunterschiede bei Ligustrum-Pflanzen

Bei den regelmäßigen visuellen Bonituren wurden ab Anfang Juli Wachstumsunterschiede erkennbar: Die Pflanzen in den Versuchsgliedern 10 (Multicote 17–11–11 ohne Radigen-Düngung, aber mit Bor) und 11 (Multicote 15–7–15 ohne Radigen-Düngung) blieben deutlich hinter den übrigen zurück und litten ab Anfang September unter Laubfall und leichten Chlorosen. Besonders stark wuchsen die Pflanzen in Versuchsglied 4 (Osmocote Exact standard plus Radigen).

Zu Versuchsende wurden in den Versuchsgliedern 4, 8, 9, 10 und 13 Blattproben genommen. Die Borgehalte waren in den Versuchsgliedern 9 und 13 mit etwa 35 ppm am niedrigsten, lagen aber immer noch in einem vermutlich ausreichenden Bereich deutlich über 20 ppm. Die Pflanzen waren in diesen Versuchsgliedern mittelstark gewachsen, sodass sie vermutlich keinen Bormangel erlitten hatten.

Die niedrigsten Kupfergehalte wurden ebenfalls in Versuchsglied 13 und außerdem in Versuchsglied 10 (beide um 1,2 ppm) gemessen, in dem die Pflanzen besonders klein waren und Mangelsymptome zeigten. Die Gehalte lagen in allen Versuchsgliedern sehr niedrig (<2,0 ppm). Das deutet auf Kupfermangel hin, allerdings lag der Gehalt selbst bei den relativ stark gewachsenen und gut mit Kupfer versorgten Pflanzen in Versuchsglied 4 unter dem Grenzwert von 3,0 ppm.

Keine Schäden durch Biuret an Versuchspflanzen

Die Düngung mit Harnstoff schienen die Versuchspflanzen gut zu vertragen. Aus Kostengründen konnte der Biuret-Gehalt der verwendeten Dünger zwar nicht untersucht werden, aber da selbst die direkte Biuret-Behandlung in Versuchsglied 14 keine Schäden verursachte und das Wachstum mit den harnstoffhaltigen Depotdüngern zumindest bei Zusatzdüngung mit Radigen gut war, lassen die Versuchsergebnisse vermuten, dass Ligustrum weder auf Harnstoff noch auf Biuret übermäßig empfindlich reagieren.

Unter den Versuchsbedingungen zeigten sich die Pflanzen extrem empfindlich gegen Mangel an Spurenelementen, vermutlich Kupfer. Demnach ist bei der Kultur auf eine hohe Spurenelementversorgung zu achten, zum Beispiel durch hohe Gaben an Radigen.

Einen ausführlichen Bericht des Versuchs in Bad Zwischenahn finden Sie in Ausgabe 11/2019 von Deutsche Baumschule, die im TASPO Online-Shop abrufbar ist.