Grüne Branche

Versuchszentrum Köln-Auweiler: Beerenobst im Fokus

, erstellt von

Das Versuchszentrum in Köln-Auweiler führt zahlreiche Projekte zum Intensivanbau von Beerenobst durch: unter anderem zur Verfrühung von Erdbeeren im Wandertunnel und in der Substratkultur. Der Anbau im Wandertunnel bietet den Produzenten eine lukrative Möglichkeit, frühe Erdbeeren zu guten Konditionen zu vermarkten.

In Köln-Auweiler laufen unter anderem Versuche zum Erdbeeranbau im Wandertunnel. Foto: Gabriele Friedrich

Erdbeersorte ‘Flair’ für Direktvermarktung interessant

Bei verschiedenen Erdbeersorten wurden in Köln-Auweiler die Leistungsfähigkeit und die damit einhergehende Anbaueignung im Wandertunnel geprüft. Neben der Standardsorte ‘Clery’ bleibt demnach weiterhin ‘Flair’ aufgrund ihrer Frühzeitigkeit und ihres ansprechenden Geschmacks eine interessante Sorte, vor allem für die Direktvermarktung.

Die Sorte ‘Dream’ ist etwas ertragsschwächer, zeichnet sich aber durch ihren guten Geschmack aus. ‘Allegro’ ist eine wüchsige und ertragreiche Sorte mit mittlerem Geschmack, die für den Nachbau geeignet sein könnte, so die weiteren Ergebnisse des Versuchszentrums.

Große und regenfeste Erdbeersorte ‘Rumba’

‘Rumba’ ist eine große und regenfeste Erdbeersorte, die nach warmen Wintern in der Ernte etwas später ist. Die Sorte ‘Malling Centenary’ besitzt ausgezeichnete Fruchteigenschaften, reift drei bis fünf Tage nach ‘Clery’ und ist aufgrund einer gewissen Regenempfindlichkeit bevorzugt im geschützten Anbau zu kultivieren.

‘Rendezvouz’ ist eine neue Erdbeersorte aus dem Züchtungsprogramm von Hansabred. Ihre Ernte beginnt vor ‘Clery’. Sie überzeugt durch guten Geschmack und gute Fruchtgröße.

Bei remontierenden Erdbeeren im Wandertunnel wurden durch eine Herbstpflanzung Ende August hohe Früherträge bereits im Folgejahr erzielt. Die Sorte ‘Murano’ erreichte eine vergleichbare Frühzeitigkeit wie die einmaltragende Erdbeersorte ‘Clery’. Die Erträge im Sommer waren ebenfalls hoch, sodass das Verfahren für die Praxis empfohlen werden kann, so die Versuchsansteller in Köln-Auweiler.

Rote Johannisbeeren: schneller in den Vollertrag

Bei Roten Johannisbeeren dauert es oft vier Jahre, bis die Neuanlage im Vollertrag steht, was erhebliche Kosten verursacht. Im Versuchszentrum Köln-Auweiler wollte man daher wissen, ob durch eine Vorkultur mit bewurzeltem Steckholz – so wie bei der Anzucht von Long Canes bei Himbeeren – bereits im Pflanzjahr nennenswerte Erträge erzielt werden können.

Ergebnis: Eine Vorkultur ermöglicht, bereits im Pflanzjahr hohe Erträge zu erzielen – in Containerkultur 17 Tonnen und in Bodenkultur neun Tonnen je Hektar. Einjährige Containerpflanzen von Roten Johannisbeeren der Sorte ‘Rovada’ wurden für eine Neuanlage geprüft. Im darauf folgenden Jahr wurde der Vollertrag erreicht. Eine Vorkultur mit bewurzeltem Steckholz in Drei- bis Fünf-Liter-Containern wird empfohlen.

Statt einer Bodenkultur war über fünf Jahre auch eine Dauerkultur im Container erfolgreich. Die Winterfrosthärte konnte dabei nicht geprüft werden.