Grüne Branche

VFD fordert kostenfreie Bestattung

Der Verband der Friedhofsverwalter Deutschlands fordert ein bedingungsloses Recht auf eine kostenfreie Bestattung. Ob dies eine gesellschaftliche Pflichtaufgabe ist, diskutierten die Mitglieder in Gießen.

Pressekonferenz des VFD mit Jan Gawryluk (von li.), Michael C. Albrecht, Simone Andruschek und Bernd Thürling. Foto: Roman Höfers.

„Wir fordern ein bedingungsloses Recht auf Bestattung für alle“, sagte Simone Andruschek, Geschäftsführerin des Verbandes der Friedhofsverwalter Deutschlands (VFD), auf der Pressekonferenz während der Tagung. Vorbild dafür könnten einige Schweizer Kantone oder Staaten wie die Türkei und Ungarn sein. Es sei Aufgabe des Staates für eine würdige Bestattung seiner Bürger zu sorgen.

Um gemeinsam mehr Gehör in der Politik zu finden, will der VFD ein Positionspapier entwickeln und mit der Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal (AFD), der Arbeitsgemeinschaft Kommunaler Friedhöfe im Deutschen Städtetag (AKF) sowie den Friedhofsgärtnern, Steinmetzen und Bestattern abstimmen, sagte der stellvertretende Vorsitzende Bernd Thürling auf der Pressekonferenz. Zudem soll eine Ethikkommission eingerichtet werden, um etwa der Friedhofskultur gegenläufige Entwicklungen zu benennen. Als Beispiel dafür nannte Thürling die Beisetzung von Urnen in „Kanalrohren“ in der Gemeinde Horrweiler. (die Friedhofskultur berichtete in Ausgabe 9/2013, S.6 darüber).

„Friedhöfe müssen versuchen sich zu öffnen und Migranten eine Heimat bieten“, sagte Jan Gawryluk. „Auch müssen wir als Friedhofsverwalter den grünpolitischen Wert der Friedhöfe über den kulturpolitischen Wert ins Blickfeld rücken.“

Unter dem Motto „Kostenfreies Grab als Grundversorgung des Staates für seine Bürger“ hatte der VFD im vergangenen Jahr in Hamburg die Diskussion um eine kostenfreie Bestattung erstmals öffentlich angestoßen. Die diesjährige Tagung am 25. und 26. September in Gießen knüpfte an diesen Themenschwerpunkt an. Mehr dazu in der November-Ausgabe der Friedhofskultur ab Seite 16.

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