Grüne Branche

Vi-Care: DDAC vom Hersteller absichtlich beigemischt?

In der aktuellen Diskussion um das Pflanzenstärkungsmittel Vi-Care und den Fund des Desinfektionswirkstoffs DDAC (Didecyldimethylammoniumchlorid) in Kräutern und Gemüse in Nordrhein-Westfalen (NRW) hält die Bundesvereinigung der Erzeugerorganisationen Obst und Gemüse e.V. (BVEO) fest: Sowohl eine akute als auch eine chronische Gefährdung für Verbraucherinnen und Verbraucher beim Verzehr ist unwahrscheinlich. Zu diesem Ergebnis kommt das Bundesamt für Risikobewertung (BfR) in einer Analyse. 

Das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen bestätigte diese Einschätzung vergangenen Donnerstag. Im Rahmen der regelmäßigen strengen Eigenkontrollen deutscher Obst- und Gemüseerzeuger wurde die Verunreinigung von Vi-Care durch DDAC entdeckt.

In allen Fällen stammte das Pflanzenstärkungsmittel vom US-amerikanischen Hersteller Citrex Inc. Das Unternehmen wird verdächtigt, Vi-Care möglicherweise absichtlich DDAC zugegeben zu haben, um die Wirksamkeit zu erhöhen – und damit heimische Landwirte bewusst getäuscht zu haben. Die Ermittlungen der deutschen Behörden laufen. Vi-Care wurde bereits vor Wochen vorsorglich durch das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) verboten.

Lebensmittelsicherheit besitzt für deutsche Obst- und Gemüsebauern oberste Priorität. Daher wurden in den vergangenen Wochen rund eine Millionen Kräutertöpfe vorsorglich vernichtet. „Für unsere Mitgliedsorganisationen bedeutet dies einen großen wirtschaftlichen Schaden. Und das trotz geprüfter Unbedenklichkeit. Der Verzehr von Kräutern und Gemüse aus
Deutschland ist für die Verbraucher ungefährlich“, erklärt Karl Schmitz, Geschäftsführer der BVEO. (bveo)