Vieles ist jetzt knapp: Pflanzen aller Sparten begehrt

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Durch die stark gestiegene Nachfrage kommt es zu einer Verknappung vieler Gehölzsortimente, zudem führen Zusatzkosten wie Steuererhöhungen für die Baumschulbranche, die Verteuerung der Produktion durch die CO2-Bepreisung sowie höhere Beschaffungskosten von vielen Jungpflanzen zu Preisanhebungen. Foto: Graf von Luckner/BdB

Auch in diesem Frühjahr, dem zweiten während der Corona-Pandemie, werden Pflanzen wieder stark nachgefragt. Das sorgt für Lieferengpässe und treibt die Preise nach oben, wie verschiedene Branchenverbände berichten. So rechnet beispielsweise der Bund deutscher Baumschulen (BdB) mit einem Preisanstieg von zehn bis 15 Prozent.

Verknappung der Pflanzenbestände in den Quartieren der Baumschulen

Trotz Corona-bedingter Herausforderungen konnten die Baumschulen 2020 und im ersten Halbjahr 2021 eine insgesamt gute Auftragslage verzeichnen, berichtet der BdB. Viele Gartenbesitzer hätten die Monate des Lockdowns genutzt, um ihr direktes Wohnumfeld mit neuen Pflanzen zu verschönern, und auch die Städte und Gemeinden haben laut BdB die Bedeutung von Grünflächen für die Bevölkerung erkannt und mehr in die grüne Infrastruktur investiert. Entsprechend stark sei bei vielen Sortimenten die Nachfrage gestiegen, die zum Teil nicht befriedigt werden könne – insbesondere Obst- und Heckenpflanzen, aber auch Blühsträucher sind dem BdB zufolge teilweise ausverkauft, gleiches gelte für etliche Großgehölze im urbanen Raum. „Bei den Preisen für Baumschulware für den GaLaBau-Bereich sind die Auswirkungen durch die Verknappung der Pflanzenbestände in den Quartieren der Baumschulen bereits ersichtlich. Diese Entwicklungen werden wohl auch in den Gartencentern und Baumärkten in Kürze ankommen“, wie BdB-Hauptgeschäftsführer Markus Guhl erklärt.

Preise besonders bei Bäumen und Solitärgehölzen enorm gestiegen

„Alles, was auch nur entfernt nach Obst aussieht, wurde gekauft wie verrückt“, berichtet auch Axel Huckfeldt, Vorsitzender des Landesverbands Schleswig-Holstein im Bund deutscher Baumschulen. Dies gelte sowohl für den Einzelhandel als auch für den Garten- und Landschaftsbau. „Jetzt ist fast alles ausverkauft, nur wenige Sortimente hatten eine normale Nachfrage“, führt Huckfeldt weiter aus. Von der Angebotsseite aus sei nicht mehr viel Ware vorhanden. Die starke Nachfrage hat sich im Baumschulbereich auch auf die Preise ausgewirkt, so Huckfeldt: „Besonders bei Bäumen und Solitärgehölzen sind die Preise enorm gestiegen. Diese Preissteigerungen sind im Einzelhandel auch gut durchsetzbar, die Kundschaft bezahlt jeden Preis.“ Selbst sehr teuer aus Italien zugekaufte Ware werde problemlos abgesetzt.

Sehr große Nachfrage nach Stauden, Zier- und Gemüsejungpflanzen

Positive Meldungen kommen auch vom Bundesverband Einzelhandelsgärtner (BVE): „In vielen Gärtnereien herrscht momentan eine sehr große Nachfrage nach Naschgemüse und anderen Gemüsejungpflanzen. Der Trend zum Anbau von eigenem Gemüse auf Balkon, Terrasse oder im Garten hat durch die Corona-Pandemie noch einmal einen enormen Schub erfahren“, so der BVE-Vorsitzende Reiner Höpken. Zumindest im Profibereich scheint es hier jedoch keine Lieferengpässe zu geben: „Für den professionellen Bereich sind wir gut eingedeckt, unsere Bestellungen können wir weiterhin erfüllen“, berichtet Rudolf Sinn vom Verein Deutsche Gemüsejungpflanzenbetriebe.

Im Zierpflanzen- und Staudenbereich kommt es ebenfalls zu Verknappungen, wie der Landesverband Gartenbau Nordrhein-Westfalen berichtet. Ursache dafür seien neben der stark erhöhten Nachfrage die kalten Temperaturen im Frühjahr, durch die sich viele Kulturen langsamer entwickelt haben. Außerdem hätten einige Produzenten aufgrund der ungewissen Lage während der Pandemie weniger produziert, um ihr Risiko zu verringern.

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