Grüne Branche

Vielfalt, Gastfreundschaft und Fachlichkeit

BdB-Obstreise 2016 nach Schweden
Ziel der jährlichen Obstgehölzexkursion ins europäische Ausland war es andere oder neue Ansätze bei der Gehölzanzucht und -vermarktung, bei der Obstkultur und -verarbeitung kennenzulernen. Dazu gehört auch ein Blick in die Versuchs- und Forschungsarbeit rund um die Obstgehölzproduktion. Diesmal stand Schweden auf dem Programm.

Mit etwas Wehmut machten sich gut 30 Baumschuler und Baumschulerinnen Ende August dieses Jahres auf, um Kollegen, Institutionen und Unternehmen in Südschweden zu besuchen. Es war die vorerst letzte Auslandsfachexkursion, die seitens der BdB-Fachgremien „Obstgehölze“ und „Veredelungsunterlagen“ angeboten wurde. Die langjährige Tradition, die im kommenden Jahr mit einer Deutschlandrundfahrt beendet wird, hat die Teilnehmer in nahezu alle Staaten Europas und auch nach Neuseeland geführt.
Im Verlauf der diesjährigen, einwöchigen Exkursion im Süden Schwedens wurden insgesamt 15 Zielorte angefahren, ausgerichtet auf die Aspekte Gehölzproduktion, Vermarktung, Endverkauf, Erwerbsobstbau, Verarbeitung und Technik.

Plantskolan Ängelholm: breites Sortiment...

Obstgehölzanzucht und privater Endverkauf standen bei Plantskolan (Ängelholm) im Vordergrund. Im Hinblick auf die Anzucht von Obstgehölzen entsprechen die Kulturen des 1938 gegründeten Unternehmens voll dem deutschen Standard. Lediglich die Größen der Pflanzen weichen ab, da in Schweden nicht nach den Vorgaben der FLL-Gütebestimmungen für Baumschulpflanzen kultiviert wird.

Neben einem breiten Obstgehölzsortiment, das auf der Homepage des Unternehmens im Detail und in seiner Vielfalt dargestellt ist, wird ein breites Spektrum an Ziergehölzen kultiviert und angeboten. Vermarktet wird über einen eigenen Fachhandel in direkter Anbindung an den Produktionsbetrieb und an Kollegen, den Facheinzelhandel sowie an Gartencenter und andere Großhändler, die die Gartenbesitzer mit Gehölzen versorgen. Der Umsatz des Unternehmens, das 13 Vollzeit-Arbeitskräfte (AK) beschäftigt, betrug im Jahr 2015 insgesamt 18,5 Millionen Kronen (Quelle: www.gulasidorna.eniro.se).

Tirups Örtagard: breites Staudenangebot

Ein Kleinod für Kräuter- und Staudenliebhaber und für Freunde des Details in Gestaltung und sinnlichen Erlebens – das ist Tirups Örtagard. Gegründet Ende der 60er Jahre von Eva Falck, leitet heute die nachfolgende Generation ein Unternehmen, das eine Vielzahl von Angeboten rund um das Thema Kräuter offeriert. Seit über 35 Jahren hat die Gründerin, motiviert durch ihre Tante, die als Apothekerin tätig war, in ihrem Kräutergarten mit viel Leidenschaft über 600 Arten und Sorten zusammengetragen. Sie bilden die Basis, die die Ausrichtung des Unternehmens maßgebend beeinflusst.

Das Anwendungsspektrum der heute angebotenen Kräuter und Pflanzen reicht von Gewürzen über Heilpflanzen und Pflanzen zur Herstellung von Farben bis zu pflanzlichem Ausgangsmaterial für Brände und Liköre. So gehört neben den privaten Stauden- und Kräuterfreunden auch die gehobene Gastronomie mit „moderner Küche“ zum Kundenkreis. In enger Zusammenarbeit mit interessierten Köchen werden laufend neue Rezepte getestet, die essbare Stauden und Blütenpflanzen einbeziehen.

Rund um das Pflanzenangebot wurde ein Verkaufsareal gestaltet, das sich an englische Vorbilder anlehnt und das neben einem Schaugarten durch ein Café ergänzt wird. Hier wird Selbstgebackenes, natürlich unter Einbeziehung zahlreicher Kräutervarianten, angeboten. Viele der Rezepte können von der Homepage des Unternehmens heruntergeladen und nachgekocht oder -gebacken werden.



Spezialist für Besonderes: Peter Lindner

Die Baumschule von Peter Lindner (Hörby), die er zusammen mit seiner Ehefrau bewirtschaftet, hat eine sehr individuelle Ausprägung. Er ist ein „Gehölzfreak“ und verfügt über ein Sortiment, das er über Jahre unter dem Aspekt der Verwendbarkeit im schwedischen Klima gesammelt hat. Zugleich ist er Berater und Lieferant für öffentliche Parks und Gärten und auch Wissenschaftler: Er unterrichtet an der gärtnerischen Fakultät und gibt dort seine Leidenschaft für „Grün“ an seine Studenten weiter.

Seit gut zehn Jahren bewirtschaftet er insgesamt zehn Hektar, die auch die Flächen für seine Schafzucht beinhalten. Die kleine Baumschule ist im Hinblick auf ihr Gehölz- und Pflanzenangebot sehr breit aufgestellt, verfügt jedoch nicht über größere Stückzahlen einzelner Arten und/oder Sorten. Unter anderen wurden vorgestellt:

  • Salix, gezogen als Dachform,
  • Quercus: eine von Lindner ausgelesene Hängeform mit markantem Wuchs, die besonders für Kinder geeignet ist, da sie zum Klettern animiert,
  • Populus: eigene Kreuzungen, die als Holzlieferanten für die Papierindustrie geeignet sind,
  • Rubus pelata mit Herkunft Korea
  • sowie Sorbus-, Tilia- und Prunus fruticosa-Sorten, die Lindner für die Klimate seiner Heimat als geeignet ausgelesen hat.

Helmuth G. Schwarz,
Appen


Lesen Sie den ausführlichen Bericht mit Informationen über weitere Betriebe in Südschweden in Ausgabe 12/2016 Deutsche Baumschule.



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