Grüne Branche

Vom Studium in den Familienbetrieb

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„Unsere Familie kann man als pflanzenverrückt bezeichnen“, sagt Iris Hassinger. Sie ist nach ihrem Studium in den Familien-Orchideenbetrieb eingestiegen und betreut dort die Kunden.

Die Schwestern Iris (links) und Jasmin Hassinger bilden die dritte Generation im Familienbetrieb. Foto: Hassinger Orchideen

Orchideenbetrieb in dritter Familiengeneration

„Mein Vater Hans und mein Onkel Roland Hassinger hielten schon in den 1980er-Jahren in den Tropen nach botanischen Arten Ausschau“, erzählt Iris Hassinger . Obwohl sie sich rund sieben Jahre der Welt des Gartenbaus weitestgehend entziehen konnte, ist die diplomierte Betriebswirtin nach ihrem Studium in den Familienbetrieb eingestiegen und bildet mit ihrer Schwester Jasmin, die als Gartenbau-Ingenieurin den Produktionsbetrieb am Standort Niederaußem leitet, die dritte Generation bei Orchideen Hassinger in Wiesbaden.

„Nach meinem Masterabschluss bat mich mein Vater im Herbst 2014, auf der FloraHolland Trade Fair am Messestand mitzuarbeiten. Damals lernte ich eine Menge Kunden kennen und bekam Gefallen an der Branche. Durch die Aufgaben, die mein Vater und mein Onkel mir übertragen haben, bin ich dann in die Führungsebene hineingewachsen,“ zeigt Iris Hassinger auf. Sie konnte ihr theoretisches Wissen gut mit der Praxis verknüpfen.

„Heute betreue ich regelmäßig Kunden im In- und Ausland und arbeite an der Schnittstelle zwischen den Kunden und der Züchtungsabteilung“ – immer mit dem Blick nach vorn und der Überlegung, was in den nächsten sechs bis zwölf Jahren am Markt verlangt werden könnte. „Im Durchschnitt bin ich jede zweite Woche ¬unterwegs. Bei Terminen in Deutschland und den Niederlanden kürzer, bei Kundenbesuchen in den USA oder in Australien entsprechend länger. Auch auf Messen wie der IPM in Essen oder den Flower Trials bin ich dabei.“

Hassinger entwickelt Orchideen in breiter Vielfalt

Hassinger entwickelt Orchideen in breiter Vielfalt. Jährlich werden aus über 100.000 Sämlingen zahlreiche Orchideen selektiert und im Labor vermehrt. Mehrere Millionen Orchideen aus verschiedenen Gattungen werden als In-vitro-Becher, Jungpflanzen, Halbfertigware und Fertigware vermarktet.

„Rund 400 Sorten haben wir im Angebot,“ zeigt Iris Hassinger auf. „Wichtig ist es, auf die Anforderungen des jeweiligen Produzenten reagieren zu können. Wir besprechen Testprogramme, aus denen sich der Produk¬tionsplan entwickelt. Gärtner, die für den Systemhandel produzieren, haben andere Wünsche als die, die den Fachhandel beliefern. Wo die einen uniforme Orchideen im Farbmix -suchen, die sich schnell mit hohen Stückzahlen kultivieren lassen, wollen die anderen sich davon abheben.“

Gegenüber der Welt der Banken empfindet Iris Hassinger den Gartenbau als sehr familiär. Ihren Einstieg bezeichnet sie als gelungen, vor allem, weil viele Kunden sie als Familienmitglied sogleich geschätzt haben.

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