Grüne Branche

Von sehr gutem Abverkauf bis drohenden Ernteeinbußen: Die Auswirkungen des sonnigen und trockenen Aprils

Den einen freut es mehr, den anderen weniger. Die Rede ist vom anhaltend schönen, warmen und vor allem trockenen Frühjahr. Während das sonnige Wetter im Zierpflanzenbau den Abverkauf fördert, erhöht die notwendige Bewässerung in anderen Bereichen, etwa bei Baumschulen oder im Erdbeeranbau, die Kosten. Ist keine Bewässerung möglich, drohen sogar Qualitäts- und Ertragseinbußen.

Aus Sicht des Zierpflanzenbaus war es ein wunderbarer April. Bedingt durch das schöne Wetter lief der Abverkauf sehr gut, "und war ein bisschen Ausgleich zum Vorjahr", bestätigte Gabriele Harring, Geschäftsführerin des Bundesverbandes Zierpflanzen beim Zentralverband Gartenbau. In Bezug auf die Trockenheit sei der Zierpflanzenbau doch unabhängiger als etwa der Gemüsebau oder die Landwirtschaft. Bei den Orchideenproduzenten seien vielleicht die Zisternen früher leer als sonst, und man müsse mit der Einstrahlung im Gewächshaus anders umgehen. Auch Heinrich Hiep, Präsident des Landesverbandes Gartenbau Rheinland, sieht die Situation für den Zierpflanzenbau unproblematisch. Bis Mitte März habe es im Rheinland geregnet. Der Verkauf laufe sehr gut, die frühen Sätze bei den Beet- und Balkonpflanzen seien weg. Durch die frühe B&B-Saison sei eventuell beim Muttertagsgeschäft eine schwächere Nachfrage nach traditionellen Pflanzen zu erwarten.

Bei den Staudengärtnern ist es weniger die Trockenheit als vielmehr die Wärme, die die Terminpläne durcheinanderwirbelt. "An sich sind die Staudenproduzenten relativ flexibel, aber durch die Wärme blühen die Pflanzen zwei Wochen früher. Das ist für gezielte Verkaufsaktionen mit blühender Ware schwierig", erläutert Beate Zillmer vom Bund deutscher Staudengärtner. In der Produktion müssten die Terminpläne umgestellt werden, hinzu komme der zusätzliche Arbeitsaufwand für das Gießen. "Allerdings zeigt sich beim Abverkauf eine allgemeine Zufriedenheit gegenüber dem eher allgemeinen Jammern im Vorjahr", so Zillmer. Weitere Einschätzungen zu diesem Thema lesen Sie in der aktuellen TASPO Nr. 18.