Grüne Branche

Vorschau IPM 2012: 60 Jahre Reimann – Erfindergeist mit Gespür für den Gartenbau

„Gewebe für den Gartenbau“: Unter diesem Leitspruch produziert und vertreibt die Reimann Spinnerei und Weberei GmbH ihre Produkte seit nunmehr 60 Jahren. Qualitätsbewusstsein, Ideenreichtum und Pioniergeist haben das Unternehmen zu dem gemacht, was es heute ist: Eine erfolgreiche Weberei mit Gespür für den Markt, blickt Reimann zurück.

Wie alles begann: Die ersten Maschinen der Reimann Spinnerei und Weberei. Werkfoto

Die Wurzeln für den Erfolg liegen in der 1952 von Wilhelm und Thea Reimann gegründeten Juteweberei. Sie produzierten dort anfangs Jutegewebe für technische Einsatzbereiche, beispielsweise für die Ummantelung von Holzmasten für elektrische Leitungen. „Die Lappen wurden mit Teer getränkt und dann um das untere Ende der Pfosten gewickelt, damit diese nicht im Boden verfaulten“, berichtet Geschäftsführerin Monika Reimann von den Anfängen. Als dann die damals neuen Chemiefasern verstärkt aufkamen, erweiterte Wilhelm Reimann seine Produktpalette mit Spezialgeweben aus synthetischen Garnen, die in der eigenen Spinnerei hergestellt wurden.
Schon früh hatte Wilhelm Reimann die Absatzchancen der Branche erkannt und die Baumschulen mit reinen Jute-Ballentüchern beliefert. Mit dem von ihm neu entwickelten Jutemischgewebe Plantacryl – heute noch erfolgreich unter dem Namen Plantatex im Markt – konnte die Weberei den Baumschulen nun ein Ballentuch anbieten, das deutlich besser hielt, weil die Kunststofffäden nicht so schnell verrotteten. Für die Baumschulen bedeutete dies eine deutliche Verbesserung und Arbeitsersparnis

Seinen Einfallsreichtum stellte Wilhelm Reimann einmal mehr unter Beweis, als er Schattiergewebe für den Gewächshausbau entwickelte. Zum ersten Mal gab es eine fest im Haus installierte, aber bewegliche Möglichkeit, den Lichteinfall im Gewächshaus zu regulieren. Die Schattiergewebe aus dieser Zeit waren anfangs noch grau, doch der Markt entwickelte sich recht schnell und wollte bald helles, reflektierendes Material. Das war die Geburtsstunde der weißen Schattierungen, die die Devise „Schattieren und Reflektieren“ schon damals umsetzten, so Monika Reimann. Schnell breitete sich dieses Konzept aus. Es bildete sich eine Achse, die bis nach Dänemark und Holland reichte und somit die technisch fortschrittlichen Gartenbaunationen einbezog.
„Natürlich hat sich das alles im Laufe der Jahre enorm weiterentwickelt“ sagt Monika Reimann. „Für uns stand aber immer über allem die Qualität, die Haltbarkeit unserer Produkte“. So lassen sich heute alle Anforderungen an das Gewebe wie UV-Beständigkeit, Schwerentflammbarkeit, Einsatz von Aluminium oder unterschiedlichster Farben ganz flexibel durch die eigene Weberei realisieren. Heute arbeiten rund 30 Mitarbeiter in der Weberei. „In den Anfangsjahren haben meine Mutter und mein Vater alles alleine gemacht“, erinnert sich Monika Reimann. „Das wäre heute undenkbar.“ Zwei Drittel der Mitarbeiter sind in der Produktion damit beschäftigt, den hochmodernen Maschinenpark am Laufen zu halten, auf die verschiedenen Gewebe einzustellen und den hohen Qualitätsstandard jederzeit sicherzustellen.

Anfang der 80ziger kam als weiteres wichtiges Betätigungsfeld der Bereich der Bewässerung hinzu. Als großer Erfolg erwies sich hier die Neuentwicklung der mehrlagigen Bewässerungsmatten Floraplus und Vivaplus. Die Kombination eines wasserführenden Vlies mit einem Gewebe trug erheblich zur Arbeitserleichterung in allen Bereichen des Gartenbaus bei. 1999 wurde die Entwicklung mit der Indega-Plakette ausgezeichnet.
„Gewebe für den Gartenbau“, sagt Monika Reimann, „ist für uns nicht nur ein Slogan, sondern Programm. Es macht deutlich, dass wir tatsächlich überall im Gartenbau zuhause sind. Unsere Maschinen in Emsdetten sind darauf ausgerichtet, vom Energieschirm bis zum Dekoband, vom Windschutz bis zum Geotextil „Qualität Made in Germany“ zu liefern.“ Monika Reimann ist seit 1987 Geschäftsführerin des Familienunternehmens. Sie trat 1973 nach Abschluss ihres Studiums in den elterlichen Betrieb ein. Dort war sie im Ein- und Verkauf sowie in der Betriebsorganisation tätig, während die Brüder in der Produktion und einer damals noch angeschlossenen Handelsebene aktiv waren.
„Mein Einstieg in den Betrieb fiel mit der ersten Energiekrise zusammen, der Zeit also, in der die Ära der Energieschirme begann“, sagt Monika Reimann heute rückblickend. „Unsere Maschinen waren etwas zu schmal. Das bedeutete für den Familienbetrieb, es musste in neue Maschinen investiert werden, um die geforderten Gewebebreiten liefern zu können.“ Als dies schließlich vollzogen war, gelang Reimann auch hier in Deutschland und den europäischen Nachbarstaaten der Durchbruch. Inzwischen hat sich Reimann mit eigenen Markennamen europaweit eine starke Marktposition verschafft.
Möglichkeiten der Energieeinsparung sind auch heute wieder das beherrschende Thema, das bei Reimann hohe Priorität genießt. „Wir stehen im regelmäßigen Kontakt zu den Versuchsanstalten und Forschungseinrichtungen, um für unsere Gewebe reale Messwerte aus bestehenden Anlagen zu bekommen. So können wir dem Gärtner helfen, wenn er für Förderanträge die entsprechenden Daten liefern muss.“ Erst jüngst hatte sich erwiesen, dass für das neue doppellagige Reimann-Tuch sehr gute Werte gemessen wurden.

Kontakte ins Ausland aufzubauen und zu pflegen, ist das Steckenpferd der Geschäftsführerin, bei dem ihr ihre guten Fremdsprachenkenntnisse und die Freude am Reisen helfen. „Wir liefern heute in über 30 Staaten“, sagt Monika Reimann nicht ohne Stolz. Um diese neuen Märkte besser bearbeiten zu können, gehörte sie vor sechzehn Jahren zu den Gründungsmitgliedern des Interessenverbands der deutschen Industrie für den Gartenbau (Indega). Im Präsidium der Indega ist sie auch heute noch vertreten. „Der Kontakt zu anderen Unternehmen hilft dabei, die eigenen Produkte im Zusammenhang mit anderen Gartenbauprodukten zu beurteilen“. Reimann vermarktet alle Produkte über den Großhandel und Installateure. „Trotzdem haben wir natürlichen den direkten Draht zu den Gärtnern nicht verloren und stehen ihnen bei Fragen Rede und Antwort“, unterstreicht Monika Reimann. Das Unternehmen verfügt über ein großes Lager, um ständig lieferfähig zu sein.
Mit Ideenreichtum, hoher Produktivität, engagierten und qualifizierten Mitarbeitern sowie Kundennähe will Monika Reihmann ihr Unternehmen am Produktionsstandort Deutschland dauerhaft sichern.

Kontakt: Reimann Spinnerei und Weberei GmbH, Grevener Damm 227–231, 48282 Emsdetten, Tel.: 025 72–96 03 30, E-Mail: info(at)reimann-emsdetten.de, Internet: www.reimann-emsdetten.de. (ts)