Grüne Branche

Vorschlag: Clearingstelle soll Forschung abstimmen

Ein Unternehmer müsse ständig Zukunftsentscheidungen treffen, sagte Prof. Dr. Ludger Hendriks von der Forschungsanstalt Geisenheim zu Beginn des Zukunfts- "Workshop zur Entwicklung von Forschung und Beratung" in Grünberg. Diese seien oft beeinflusst von Emotionen oder auch von Traditionen und ihrer Fortschreibung. Auch für Berater sei das Thema Zukunft sehr wichtig - deshalb der mit Entscheidungsträgern besetzte Workshop in Grünberg. Laut Prof. Dr. Klaus Schaller, Direktor der Forschungsanstalt Geisenheim, sind Visionen vor allem dann gefragt, wenn etwas ins Wanken gerate. Da sich die Rahmenbedingungen änderten, sei das Fundament der gärtnerischen Produktion jetzt neu zu überprüfen. Knapper werdende Ressourcen seien vor allem Wasser und Energie, bei denen künftig noch dichtere gesellschaftliche Regelwerke zu erwarten seien.

Schaller plädierte dafür, den mittelständischen Gartenbau, der zur Vielfalt der Wirtschaftslandschaft beitrage, mit öffentlicher Forschung zu unterstützen. Die Wissenschaft sei ihrerseits auf Lobbyarbeit der Verbände im politischen Raum von den Landesministerien bis hin zur EU angewiesen. Natürlich sei die Bandbreite der Forschungsthemen begrenzt, weswegen Absprachen über Landesgrenzen hinweg sinnvoll seien. Dies müsse der Berufsstand von der Politik einfordern. Gerade im Bereich der ausgedünnten Gartenbauforschung sei ohne länderübergreifende Absprachen "kein Blumentopf zu gewinnen". Schaller brachte in diesem Zusammenhang eine "Clearingstelle" ins Spiel, die auch den Praktikern als Wegweiser dienen könnte. Insgesamt sehe er die Koordinierung als "Gebot der Stunde" an, so Schaller. Werner Riedel vom DLR Rheinpfalz in Neustadt/Weinstraße sagte, dass es zwar immer weniger Betriebe gebe, dass der Bedarf an Forschung und Beratung deshalb aber keineswegs abnehme - auch wenn Politiker dies meinten. Wichtig sei es, die vorhandene Kernkompetenz zu erhalten.