Vorschriften für Seilklettertechnik aktualisiert

Veröffentlichungsdatum: , Sven Weschnowsky / TASPO Online

Die Vorschriften der VSG 4.2 bei der Seilklettertechnik wurden aktualisiert und angepasst. Foto: SVLFG

Der Gesundheitsschutz hat im beruflichen Alltag einen besonderen Stellenwert, ganz speziell muss bei Arbeiten mit erhöhten Gefahrenpotential auf bestimmte Vorschriften geachtet werden. Hierzu wurde die Vorschrift für Sicherheit und Gesundheitsschutz „Gartenbau, Obstbau und Parkanlagen“ (VSG 4.2) insbesondere für die Seilklettertechnik bei der Baumpflege angepasst.

Fachkunde zur Bruch- und Standsicherheit von Bäumen

Grund der Anpassungen seien laut Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) mehrere Rückmeldungen aus der Praxis der Seilklettertechnik (SKT) in der Baumpflege. Demnach gelten für alle seilunterstützten Baumkletterarbeiten umfassende Fachkundeanforderungen. Beide Rahmenlehrpläne der Fachkundestufen wurden daraufhin überarbeitet und aktualisiert. Die baumpflegerische Grundfachkunde in den Lehrgängen SKT-A (Arbeiten ohne Motorsäge) und SKT-B beinhalte jetzt auch die Bruch- und Standsicherheit von Bäumen. Dieses Wissen ist Voraussetzung für die Lehrgangsteilnahme am SKT-A-Kurs. Somit muss jeder Teilnehmende des SKT-A-Kurses bereits vorab Kenntnisse in einem eintägigen Lehrgang in einer Kletterschule oder einem Baumpflege-Fachbetrieb durch besonders geschulte Personen erwerben.

Entlastung der A-Kurse durch Vorwissen

Grund für die Anpassung der Anforderungen der Fachkunde zur Bruch- und Standsicherheit von Bäumen ist eine Entlastung der A-Kurse. Demnach müsse das im Vorfeld vermittelte Wissen nicht mehr in den eigentlichen Kursen gelehrt werden. Es könne gegebenenfalls noch eine Vertiefung direkt am Objekt stattfinden. Die Kenntnisse wurden daher auch aus den Rahmenlehrplänen der Kurse SKT-A und SKT-B entfernt. Vielmehr soll es darin um die Vermittlung der eigentlichen Zugangstechnik gehen, wenngleich die Vorkenntnisse im praktischen Einsatz oftmals bei Unfalluntersuchungen als entscheidend zu bewerten seien.

Bisherige Grundpfeiler der SKT bleiben erhalten

Trotz der Anpassungen bleiben die Grundpfeiler der SKT allerdings erhalten. Dazu gehören weiterhin bleiben die Leitung und Aufsicht bei der Planung und Ausführung der Arbeiten, die präzise Einhaltung der Ausführungsbestimmungen beim Klettern, der Werkzeug- und Geräteeinsatz sowie die Sachkundeprüfung der Ausrüstungen. Der Fachkundeerwerb an einer von der SVLFG anerkannten Fortbildungsstätte mit hierfür anerkannten Ausbildern bleibt unumgänglich, ebenso das Mitführen des von der SVLFG nach erfolgreicher Lehrgangsteilnahme (SKT-B) ausgestellten Fachkundeausweises durch den Anwender. Die aktuellste Fassung der VSG 4.2 kann über die Internetpräsenz der SVLFG unter diesem Link abgerufen werden.

Cookie-Popup anzeigen