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Waldschäden: Junge Waldbäume zur Wiederaufforstung bereit

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Etwa 70 Millionen Festmeter Schadholz und eine geschädigte Waldfläche von über 110.000 Hektar: Das ist nach den offiziellen Zahlen der Bundesregierung das Ergebnis der Dürren in diesem und dem vergangenen Jahr. Zudem steht zu befürchten, dass sich die Zahlen bis Mitte 2020 noch erhöhen werden. Dem Verband Deutscher Forstbaumschulen zufolge stehen jedoch junge Waldbäume zur Wiederaufforstung bereit.

Der erste Deutsche Waldbeauftragte der Bundesregierung, Cajus Caesar (MdB a. D.), machte sich in Ellerhoop gemeinsam mit Alain Paul, Sprecher und Vorstandsmitglied des VDF, und Martin Sellmann, stellvertretender Vorstand VDF West (v. l.) ein Bild von der Versorgungslage in den Forstbaumschulen. Foto: VDF

Über eine Milliarde junger Waldbäume in deutschen Forstbaumschulen

Während der Fachmesse Baumschultechnik informierte der Verband über Waldschäden und den Beitrag der Baumschulen zur Wiederaufforstung. Dramatisch sei die Situation für viele Privatwaldbesitzer, deren Einkommen damit erheblich gestört ist. Es sei aber auch ein volkswirtschaftlicher und ökologischer Schaden für alle. Im Fokus müsse nun der Wald selbst stehen und es müsse alles unternommen werden, um für die Wiederherstellung des Waldes und seinen weiteren Umbau zu mehr Stabilität im Klimawandel zu sorgen.

Die deutschen Forstbaumschulen hätten in ihren Familienbetrieben derzeit über eine Milliarde junge Waldbäume für die nächsten Jahre stehen. Die Anzucht dauert bis zu vier Jahre. Man könne also bereits diesen Herbst nutzen, da es bis zu zehn Jahre dauern kann, um die jetzigen Schäden zu beheben.

Deutschen Wald zu stabilem und flexiblem Mischwald machen

Das Ziel sei mehr denn je, den deutschen Wald mit möglichst vielen hier angebrachten, standortgerechten Baumarten zu einem stabilen und flexiblen Mischwald zu machen. Europäische und heimische Baumarten, auch bewährte Gastbaumarten – in der Summe rund 30 Arten – seien einzubeziehen.

In Anbetracht der massiven Schäden, die Hitze, Dürre und Borkenkäfer in deutschen Wäldern verursacht haben, kündigte unlängst auch Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner die Wiederaufforstung und einen Waldumbau an – mehrere Millionen Bäume sollen neu gepflanzt werden. „Wir haben eine Zäsur draußen im Wald“, sagte die CDU-Politikerin nach einem Treffen Ende August mit Waldbesitzern, Vertretern der Forstwirtschaft, Naturschützern und zuständigen Behörden zum Thema „Wald im Klimawandel“.

Rund eine halbe Milliarde Euro für Wiederaufforstung?

„Ohne Wald hätten wir 14 Prozent mehr Kohlendioxid-Emissionen“, so Klöckner. Im Sinne des Gemeinwohls müsse der Wald noch stärker an den Klimawandel angepasst werden. Dazu müsse neben der Aufforstung auch beschädigtes Holz herausgebracht werden. Bei den Nothilfen setze sie auf übergreifendes Vorgehen. Es gehe nicht darum, Verluste einzelner Waldbesitzer zu kompensieren.

Zur Höhe staatlicher Zuschüsse äußerte sich Klöckner vorerst nicht. Sie machte jedoch deutlich, dass aus Sicht des Bundes eine Größenordnung von rund einer halben Milliarde Euro über vier Jahre realistisch sein könnte. Konkretere Festlegungen sollen für einen sogenannten „Waldgipfel“ von Bund und Ländern am 25. September vorbereitet werden.