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Walnuss: Edelreisergärten erhalten Genreservoir

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Das heutige deutsche Standardsortiment an Walnuss-Sorten geht auf Arbeiten am Institut für Obstbau der Hochschule Geisenheim zurück – hier wurden von 1936 bis 1942 rund 1.600 Walnuss-Herkünfte aufgepflanzt und bewertet.

Das Team von Helga Lindemann bei der Pflege des Edelreisergartens bei Geisenheim. Foto: Lindemann

Rund 120 Walnuss-Bäume in Geisenheim

Heute wird in Geisenheim zur Walnuss aber weder geforscht noch veredelt – die Versuchsanlage wurde Ende der 1990er Jahre aufgegeben. Die Gründe: veränderte Schwerpunkte des Instituts, relativ hoher Flächenaufwand, lange Versuchszeiträume und hohe Kosten.

Erhalten geblieben sind jedoch die Edelreisergärten mit den bewährten Sorten – etwa Nr. 26 (‘Geisenheimer’) oder Nr. 139 (‘Weinheimer’) – für die Vermehrung. Die Walnuss-Spezialistin Helga Lindemann (Biebelnheim) betreut mit ihrem Team und viel Idealismus die Anlage mit etwa 120 Walnuss-Bäumen. Das Institut schneidet weiterhin das Reisermaterial für Baumschulen.

Edelreisergärten bekommen neue Fläche

Die Walnuss-Reiserbäume waren gefährdet, nicht zuletzt wegen Sparmaßnahmen. Um das Genreservoir dennoch erhalten zu können, bekommen die Edelreisergärten nun eine neue Fläche, wo die wichtigsten Sorten – ein unersetzbares Kulturgut – weiter kultiviert werden.

Die Jungpflanzen für die insgesamt 160 Veredelungsheister à 20 Sorten sind durch den Einsatz von Helga Lindemann bereits geliefert und gepflanzt worden. In fünf bis zehn Jahren wird von diesen Bäumen dann Veredelungsmaterial geschnitten werden können.

Nachfrage nach deutschem Veredelungsmaterial steigt

Helga Lindemann kümmert sich derweil weiter um den Reiserverkauf – und hat in den letzten Jahren eine steigende Nachfrage nach deutschen Veredelungen beobachtet. Neue Walnuss-Sorten aus dem Ausland sucht man bei ihr aber vergebens: Man konzentriere sich auf das bewährte deutsche Sortiment, erklärt die passionierte Walnuss-Veredlerin.

Bei neuen, angeblich kleinwüchsigen Sorten hat Helga Lindemann Zweifel: „Die Größe des Baums ist genetisch bedingt, und es sind bisher noch keine Herkünfte gefunden worden, die kleine Bäume garantieren.“

Ohnehin brauche man Geduld – es dauere eben lange, bis man beim Walnuss-Baum Ergebnisse bekommt, weiß die Expertin. „Im Gegensatz zu Sämlingen liefern Veredelungen aber bereits nach zwei bis drei Jahren die ersten Nüsse.“

Mehr rund um die Walnuss lesen Sie in der Deutschen Baumschule 11/2018.