Grüne Branche

Was meinen Sie: Die Birke – ein Auslaufmodell?

Warum gerade die Birken (Betula), die als Bäume der Lebensfreude galten, aufs Abstellgleis geraten, fragt sich Horst Schunk aus Coburg, von dem wir folgenden Leserbrief erhielten, den wir hier zur Diskussion stellen. 

Die Weiß- oder Sand-Birke ist bei uns verbreitet. Foto: Horst Schunk

„Immer wieder wird heute empfohlen, keine Birken mehr zu pflanzen oder noch vorhandene Birken zu fällen. Das soll entsprechende Allergien verhindern. Was natürlich Unsinn ist, denn Birkenpollen fliegen viele Kilometer weit, können also auch von anderswo her kommen.

Die Birke mit ihrem frühen Blattaustrieb galt über Jahrhunderte als Baum des Frühlings, als Baumnymphe. Sie gehört zur Familie der Birkengewächse (Betulaceae). In der Jugend zeigt sich diese Baumgattung von ihrer schönsten Seite, aufgrund ihrer schlanken, weißen Stämme unterscheidet sie sich enorm von den vielen anderen Gehölzen und gilt als Bereicherung für alle größeren Grundstücke.

Gewöhnlich kennen wir die Weiß- oder Sandbirke in unseren Breiten. Doch es gibt zahlreiche weitere Birken, die ebenfalls für diverse Pflanzaktionen geeignet sind. So die Papierbirke mit ihrer besonders weißen Rinde, die Kupferbirke, die Bronzebirke, die Dalecarlica-Birke mit ihren geschlitzten Blättern. Sogar eine rotblättrige Birke ist erhältlich. Neben der Schwarz-Birke und einer kleinen hängenden Zierbirke gibt es letztlich noch die Zwergbirke, die nicht viel höher wird als ein Bodendecker. Auswahl in Hülle und Fülle also.

Es ist schade, dass dieser Baum des Frühlings, auch als Baum der Lebensfreude bezeichnet, so auf das Abstellgleis geraten ist. Denn die Birke als Pioniergehölz gilt als robust, als absolut frostsicher und auch als standfest. Ihre Pollen, ihre Samen und ihre vielen kleinen Blätter sind es, die dem modernen Menschen oftmals ein Dorn im Auge sind. Wer unter Allergien leidet, muss einen Arzt aufsuchen, das Abhauen einer Birke vor dem Hause hilft nämlich nicht gegen Allergien, weil – wie schon gesagt – die Pollen auch von weit her stammen können. Die Birke gilt auch als Baum der Heilung. Birkentee und Birkensaft sind Bestandteil alternativer Behandlungen. So bei Rheuma, Gicht, Arthritis sowie bei Nieren- und Blasensteinen. Birkenwasser für die Kopfhaut ist allgemein bekannt.

Es wäre an der Zeit, mit dem Auslöschen bekannter Baumarten endlich aufzuhören (neben den Birken auch die Pappeln oder Erlen). Natürlichkeit auf den Grundstücken wäre in jedem Falle sinnvoller als Gärten voller Kies und Steine zu schütten, denn diese produzieren weder Sauerstoff, noch binden sie Staub, noch kühlen oder befeuchten sie die Atemluft. Am 25. Mai 2012 wird der „Tag des Baumes“ in Deutschland zum 60. Mal begangen. Vielleicht auch wieder einmal in unserer Region?! Und vielleicht auch wieder mit der einen oder anderen Birke?“ (Horst Schunk, Coburg)

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