Grüne Branche

Was tun mit Restpflanzen?

Überschüsse vermarkten
Nach dem außergewöhnlich schlechten Versand im Frühjahr 2013 blieben in ganz Europa viele Pflanzen übrig, und auch 2014 gab es trotz besserer Umsätze wieder viele Restbestände. Wie geht man am besten damit um?

Unverkauft? Was tun damit? Fotos: Beltz

Ratschläge dazu gaben die niederländischen Berater Harrie Groenbroek (Groenbroek Advies) und Dorus Rijkers (Cultus Agro Advies) im Artikel „Wat u kunt doen bij matige verkoop“ in der Ausgabe 22/2014 der Fachzeitschrift „De Boomkwekerij“.

Zunächst weisen die Autoren darauf hin, dass bei 20 bis 30 Prozent unverkauft gebliebener Pflanzen die Direktkosten und die Arbeitskosten um 25 bis 45 Prozent anwachsen. Dadurch müssten eigentlich die Verkaufspreise steigen, bei gesättigtem Markt fallen sie aber in der Realität eher.

Wenn keine ausreichenden Umsätze erzielt werden, drohe ein Liquiditätsengpass. Betriebswirtschaftlich sei es zwar nötig, den Ausfall zu begrenzen, aber wenn keine Möglichkeit mehr bestehe, die Bestände abzusetzen, ergebe sich die Frage, was mit den übrig gebliebenen Pflanzen geschehen soll: wegwerfen, auftopfen oder erneut anbieten?

Zweiter Anlauf?
Produkte ein zweites Mal auf dem Markt und/oder „an der Uhr“ anzubieten, ist betriebswirtschaftlich die schlechteste Lösung, da die Produktionskosten solcher Produkte im Vergleich zu dem zu erwartenden Verkaufspreis in der Zwischenzeit viel zu hoch gestiegen sind, die Qualität aber gesunken. Durch das größere Angebot am Markt entwickelt sich stärkerer Preisdruck, wodurch noch mehr Liquiditätsprobleme drohen.

Außerdem wachse das Risiko, dass die Pflanzen zum zweiten Mal unverkauft bleiben, also nur Kosten entstehen, aber keine Erlöse. Das größte Problem sei jedoch, dass der Ruf des Anbieters durch die schlechte Qualität überständiger Pflanzen leidet.

Von den Kosten her sei es günstiger, die Pflanzen über die Uhr anzubieten als über den regulären Handel, raten Groenbroek und Rijkers. Der Nachteil sei aber, dass die Preise bei zu hohem Angebot gerade dort sehr stark sinken. In der vergangenen Saison betrug der Verkaufspreis manchmal nicht einmal die Hälfte der Produktionskosten, so die Autoren. Der Anbieter werde mit seinen überständigen Pflanzen also zu seinem eigenen Konkurrenten.

Ist auftopfen besser?
Die übrig gebliebenen Pflanzen aufzutopfen, sei wegen der hohen Kosten, die damit verbunden sind, ebenfalls eine schlechte Lösung. Die entscheidende Frage sei, ob es einen Markt für diese größeren Pflanzen gibt. Und wenn ja, ob der Betrieb, der seine Reste aufgetopft hat, auch der ist, bei dem Pflanzen in dieser Größe gekauft werden.

Wegwerfen!
Unverkaufte Pflanzen wegzuwerfen, sei unter normalen Umständen die beste Lösung, denn dadurch sei gewährleistet, dass der wirtschaftliche Schaden so gering wie möglich bleibt. Die Entsorgung der Pflanzen allein genüge aber nicht, sondern es müsse genau analysiert werden, warum sie nicht abgesetzt werden konnten. HB/db

Lesen Sie den vollständigen Artikel mit weiteren Tipps in Ausgabe 02/2015 Deutsche Baumschule.