Wassermelonen erobern deutsche Gärten

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Wassermelonen können auch in deutschen Gärten wachsen. Foto: Gabriel_Coroiu/ Fotolia

Bislang galten Wassermelonen in den Sommermonaten als exotische Erfrischung aus dem Süden. Aktuell experimentiert das Lehr- und Versuchszentrum für Gartenbau in Erfurt mit Pflanzen für den eigenen Anbau. Es konnten bereits erste Früchte geerntet werden.

Im Sommer sind Wassermelonen bei Jung und Alt gleichermaßen ein willkommener Erfrischungssnack. Doch müssen Melonen zwangsläufig aus dem Supermarkt kommen, oder gibt es auch Erfolgschancen auf erfolgreichen Anbau in heimischen Breitengraden? Experimente am Lehr- und Versuchszentrum für Gartenbau in Erfurt zeigen, dass auch hierzulande aromatische Früchte gedeihen können und der Anbau tatsächlich Aussicht auf Erfolg hat.

Melone vs. Melone

Melone ist nicht gleich Melone. Zwar stammen sowohl Wasser- als auch Zucker- oder Honigmelone aus der Familie der Kürbisgewächse, die Wassermelone gehört allerdings der Gattung der Citrullus an, wohingegen die Zuckermelone zur Gattung der Gurken zu zählen ist. Der ursprüngliche Herkunftsort ist Botanikern nicht zu hundert Prozent sicher, vermutet wird er aber in Afrika, von wo aus die Melone durch spanische Seefahrer nach Amerika gelangte. Heutzutage werden die sonnenliebenden Früchte vor allem im tropischen und subtropischen Klima angebaut. In Deutschland ist der Anbau von Melonen noch nicht sehr verbreitet, daher experimentiert das Lehr- und Versuchszentrum für Gartenbau mit Wassmelonenpflanzen.

Reife der Wassermelone erkennen

Gegenüber dem MDR gab Martin Krumbein vom Lehr- und Versuchszentrum schon einige Empfehlungen zu verschiedenen Sorten von Wassermelonen, Crisby wachse vor allem in warmen Gegenden und bildet mittlere bis große Früchte. Kernlos kommen Gatinho und Tigrinho daher, wohingegen Mini-Love eher kleine Früchte trägt. Die Früchte wachsen an meterlangen, rankenden Trieben mit behaarten Blättern. Insgesamt trägt eine Pflanze zwischen vier und acht Früchten, die ab August geerntet werden können. Ob eine Frucht reif ist, lässt sich an einer kräftigen Gelbfärbung der Liegefläche erkennen.

Wassermelonen mögen es dauerhaft warm

Doch auch in Deutschland könnten zukünftig Melonen gedeihen. Im Zuge des Klimawandels finden Melonen auch in unseren Breiten hervorragende Möglichkeiten, zu gedeihen. Melonen mögen es dauerhaft warm und sonnig, daher sind Erfolgsaussichten vor allem in südlicheren Gegenden Deutschlands positiv. Spätfrost oder eher kühle und verregnete Sommer können hingegen eine gesamte Ernte verderben.

Die richtige Vorbereitung ist alles

Die Vorbereitung zur Aussaat ist bereits sehr wichtig, um schließlich erfolgreich Melonen ernten zu können. Die Beete sollten schon frühzeitig mit Mulchfolie und Bewässerungsschläuchen versehen werden, um den Boden dauerhaft warm und feucht zu halten. Zudem wird das Unkrautwachstum dadurch nochmals unterdrückt und Wasser kann noch länger gespeichert werden. Ab März können Melonen dann aus Samen gezogen werden, am besten an einem 22 bis 25 Grad Celsius warmen Ort, wie einem Gewächshaus. Eine hohe Luftfeuchtigkeit ist dabei ebenfalls von großem Vorteil. Experten vom Lehr- und Versuchszentrum für Gartenbau Erfurt raten gegenüber dem MDR allerdings dazu, Jungpflanzen von Gärtnern zu kaufen. Die Jungpflanzen können gesetzt werden, sobald es frostfrei ist und sollten zum Schutz vor noch zu kühlen Nächten mit dünnem, weißem Vlies abgedeckt werden.

Melonen benötigen viel Pflege

Insgesamt müsse die Melonenpflanze vor Kälte, Trockenheit und Wind geschützt werden, da sie sehr empfindlich ist. Auf einem humusreichen Boden, der Wasser und Nährstoffe gut speichert, gedeiht die Wassermelone besonders gut. Sobald die Pflanzen blühen, sei es wichtig, das Vlies abzunehmen, damit die Pflanzen von Insekten bestäubt werden können. Eine stetige Bewässerung ist ebenfalls essentiell und zwingend notwendig und sollte bis zu einer Tiefe von 20 Zentimetern vordringen. Auch ein Flüssigdünger kann sehr hilfreich sein.

 

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