Webseminar zur optimierten Produktion von Azerca-Kulturen

Veröffentlichungsdatum: , Daniela Sickinger / TASPO Online

Callunen und Eriken behaupten sich weiterhin stark am Markt. Foto: Green Solutions

„Azerca-Kulturen: Die Produktion optimieren“ – unter diesem Titel veranstaltet die Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau (LVG) Bad Zwischenahn am 8. Februar ein Webseminar. In der rund zweieinhalbstündigen Veranstaltung geht es unter anderem um die torffreie Kultur von Callunen sowie pilzliche Erkrankungen an Azerca-Kulturen.

Absatzzeitraum durch Kühllagerung von Callunen strecken

Das von Dr. Elke Ueber, Leiterin des Versuchswesens für Zierpflanzen an der LVG Bad Zwischenahn, moderierte Webseminar beginnt laut den Veranstaltern um 14:30 Uhr und beschäftigt sich zum Auftakt mit der Frage „Kühlung von Callunen – wie lange geht es gut?“. Da es immer wieder zu Absatzschwierigkeiten bei verkaufsreifen Callunen kommt, werden diese in manchen Betrieben im Kühlhaus zwischengelagert, um ein schnelles Abblühen der Pflanzen zu verhindern. Über die mögliche Dauer der Kühllagerung sowie die Gefahr von Qualitätseinbußen gibt es allerdings unterschiedliche Aussagen – in Versuchen der LVG hatte sich etwa in der Vergangenheit gezeigt, dass die Kühllagerung von Calluna bei etlichen rot- und rosablühenden Sorten zur Verblassung der Blütenfarbe führen kann.

Mit Schwefel die pH-Werte torffreier Substrate absenken

Im Anschluss berichtet Mario Reil (LVG Bad Zwischenahn) wie sich bei der torffreien Kultur von Callunen die pH-Werte senken lassen. Verbraucher wünschen zunehmend torffreie Substrate, deren relativ hohe pH-Werte allerdings problematisch für Callunen sein können. Wie ein Versuch der LVG Bad Zwischenahn in Zusammenarbeit mit der Hochschule Osnabrück (über den auch in Gärtnerbörse 4/2021 berichtet wird) gezeigt hat, kann Schwefelpulver den pH-Wert in Substraten absenken, wodurch sich „säureliebende“ Kulturen wie Calluna vulgaris auch in torffreien Substraten kultivieren lassen.

Moosbekämpfung: Alternativen zu Mogeton und Sencor Liquid

Mit Alternativen zu Mogeton und Sencor Liquid befassen sich danach Dr. Elke Ueber, Heinrich Beltz (beide LVG Bad Zwischenahn) und Rainer Wilke (Pflanzenschutzamt Köln-Auweiler, Landwirtschaftskammer NRW). Unter anderem durch den Wegfall von Mogeton beziehungsweise Mogeton Top (Wirkstoff Quinoclamin) stellt sich Produzenten die Frage, welche verträglichen und wirksamen Alternativen sich zur Moosbekämpfung in Azerca-Jungpflanzen eignen. Aufbauend auf Erkenntnissen aus Vorjahresversuchen startete die LVG im Winter 2020/2021 einen erneuten Versuch zur Lebermoos-Bekämpfung und hat verschiedene Präparate und Abstreumaterialien getestet (siehe auch Gärtnerbörse 4/2021).

In weiteren Vorträgen des Webseminars stellt Ludwig Opitz (Syngenta) unter dem Titel „Die Wirkung von Pflanzenschutzmitteln verbessern“ Ergebnisse aus einem Versuch zur Spritzapplikation vor, bevor sich Dr. Thomas Brand (Pflanzenschutzamt Oldenburg) abschließend mit pilzlichen Erkrankungen an Azerca-Kulturen als künftige Herausforderung für Gartenbau-Betriebe beschäftigt.

► Weitere Informationen zu dem Webseminar sowie die Möglichkeit zur Online-Anmeldung sind auf der Website der Landwirtschaftskammer Niedersachsen zu finden.