Grüne Branche

Weedkiller: Wenn die Lanze spuckt, geht‘s los

, erstellt von

Die Friedhofskultur organisierte eine Praxisvorführung des Heißwassergerätes „Weedkiller M+“ von der Firma Dibo auf einem Friedhof in Bad Segeberg. Hier der Erfahrungsbericht von Liebgard Jennerich.

Die 40 Zentimeter breite Weedkiller-Lanze im Praxistest auf dem Friedhof. Foto: Liebgard Jennerich

Unkrautbürste und Puzzy-Boy

„Gastgeber“ Reiner Rohde verwaltet neben dem Städtischen Ihlwald-Friedhof auch noch drei Friedhöfe der evangelischen Kirchengemeinde Bad Segeberg. Zum Pflege-Equipment gehören bisher eine Unkrautbürste sowie vier Infrarotgeräte Puzzy-Boy mit 60 Zetimeter Arbeitsbreite zur Wildkrautregulierung. Nach anfänglich sechs Behandlungen reichen inzwischen drei pro Jahr, um einen akzeptablen Pflegezustand zu erhalten.

In der zweiten Septemberwoche 2018 hatte sich der Wildkrautwuchs schon wieder so weit von der Dürre dieses Sommers erholt, dass Effekte der Behandlung sichtbar werden konnten. Bernd Diederichsen von der Firma Motorgeräte Flensburg, Vertreiber der Maschinen und Geräte der belgischen Firma Dibo, hatte für den Einsatzort Friedhof das „Weedkiller“-Modell M (Gesamtbreite 1.750 Millimeter) mitgebracht. Die Weedkiller-Serie umfasst insgesamt sieben recht unterschiedliche Modellvarianten.

25 Meter lange Hochdruckschläuche und Edelstahllanze

Zum Standard-Lieferumfang des Modells M+ gehören im Wesentlichen jeweils zwei Edelstahl-Schlauchtrommeln, 25 Meter lange Hochdruckschläuche mit Hitzeschutz, 20 Zentimeter breite Edelstahl-Lanzen (für den Zweimann-Betrieb) sowie eine Edelstahllanze von 40 Zentimetern Breite für den Einmann-Betrieb. Möglich sind auch 50 oder 80 Meter lange Schläuche und 80 Zentimeter breite Lanzen.

Alle „Weedkiller“ haben eine eigene Energiequelle und können dadurch autark ohne Stromanschluss eingesetzt werden. Sie arbeiten mit der Heißwassermethode, wie auch Maschinen etlicher anderer Hersteller. Beim „Weedkiller“ wird die Wärme des Dieselmotors genutzt um mittels Wärmetauscher das Wasser im Vorratstank aufzuwärmen, was eine Energieersparnis von 30 Prozent beim Aufheizen mit sich bringt. Die Behandlung erfolgt in der Regel flächendeckend, bei Bedarf, etwa bei hartnäckigen Wurzelunkräutern, auch punktuell. Die Wirksamkeit zeigt sich nach ein bis zwei Tagendeutlich durch Braunfärbung des Wildkrauts.

Der Anwendungstest: Weedkiller-Modus

Der „Weedkiller“ arbeitet auf jedem Untergrund, in diesem Fall auf einem beschatteten Weg mit wassergebundener Wegedecke. Bei Kieswegen kann die Lanze mit großen Rädern ausgerüstet werden.

Diederichsen wirft den „Weedkiller“ mittels Schlüsselschalter an, stellt die Maschine per Joystick auf den Weedkiller-Modus ein, und nach etwa 90 Sekunden ist das Wasser auf Betriebstemperatur gebracht. Der „GreenBoiler“ des Modells M+ hat eine Leistung von 110 kW sowie – laut Gerätebeschreibung – einen Wirkungsgrad von über 92 Prozent. Während der kurzen Aufheizzeit werden Hochdruckspritzpistole und Lanze miteinander verschraubt. Wenn die Lanze anfängt zu „spucken“, ist die Arbeitstemperatur von 99 Grad an den Düsen erreicht. Dort bleibt sie auch konstant.

Nach 30 bis 45 Minuten ist der 450 Liter-Tank leer

Getestet wurde in Bad Segeberg die 40 Zentimeter breite Lanze auf Rädern. 15 Liter pro Minute gibt sie ab, wobei die Maschine im Weedkiller-Modus automatisiert auf nur 50 Prozent Motorleistung läuft. Nach 30 bis 45 Minuten ist der 450 Liter-Tank leer. Dann müsste der Wassertank wieder aufgefüllt werden, entweder selbstständig aus einem mitgeführten Tank über eine serienmäßig vorhandene Zusatzpumpe im Trailer - was meistens der Fall ist - oder an einer festen Zapfstation.

Friedhofsmitarbeiter Frank Gregersen, der die praktischen Arbeiten auf dem Ihlwald-Friedhof ausführt, probiert selbst die Lanzen-Handhabung. „Okay“, sagt er, „aber die Breite von 40 Zentimetern erfordert doch viele Durchgänge, um einen drei- bis vier Meter breiten Weg flächig zu behandeln.“ Die wahlweise erhältliche 60- oder 80-Zentimeter-Lanze würde mehr Fläche schaffen, allerdings auch die Nachfüll-Intervalle erhöhen. Übersichtlich ist das Bedienelement des M+, das über den Füllstand des Wasser- und Dieseltanks, Service, Temperatur und Druck informiert.

Die Manöverkritik unserer Redakteurin Liebgard Jennerich finden Sie in Friedhofskultur 11/2018, die Sie auch digital in unserem TASPO Shop abrufen können.