Grüne Branche

Wegen Übermacht von FloraHolland: Dänen sehen Wettbewerb in Gefahr

In einem Brief an die niederländische Wettbewerbsbehörde NMa haben die Anbau- und Handelsverbände, der dänische Gartenbauverband und der dänische Zierpflanzenverband ihre Bedenken gegen die Übermacht von FloraHolland auf den europäischen Märkten geäußert. Wie es auf der Internetseite von Flora Culture International heißt, gebe es gute Gründe anzunehmen, dass FloraHolland ständig die europäischen Wettbewerbsregeln breche. 

Die Dänen beklagen die Übermacht von FloraHolland auf den europäischen Märkten. Foto: FloraHolland

Seit Beginn des neuen Jahres hätten sich die Regeln für externe Lieferanten an der Versteigerungsuhr für eine Reihe von Pflanzen drastisch verschärft, heißt es in dem Brief. Einmal, um den Wettbewerb zu beschränken und die Preise auf dem europäischen Zierpflanzenmarkt zu erhöhen. Dies betreffe nicht nur Dänemark, sondern auch Länder wie Deutschland, Belgien oder Kenia.

Hinzu komme, dass die neuen Regeln nach einer Testphase dann für die allermeisten an der Uhr verkauften Produkte umgesetzt werden sollen. „Wir dänischen Produzenten bemerken, dass FloraHolland seine starke Rolle auf dem europäischen Markt ausnutzt, und wir empfinden dies als wettbewerbswidrig. Deshalb haben wir die niederländischen Behörden darauf hingewiesen, denn wir glauben, dass FloraHolland die europäischen Wettbewerbsregeln bricht“, wird Jørgen Andersen, Vorsitzender des dänischen Zierpflanzenverbandes, zitiert.

Das Hauptziel der Aktion sei, mit FloraHolland ins Gespräch zu kommen. Die Dänen sind verärgert, weil die Versteigerung nicht einmal über die Angelegenheit reden wolle. Die dänischen Fachverbände suchen auch den Dialog mit Produzenten und Fachhändlern in Deutschland, Belgien und Kenia, um gemeinsame Anstrengungen gegen die niederländische Versteigerung zu organisieren. Wörtlich heißt es: „Wir müssen unser Ansinnen zum Ausdruck bringen, und wir müssen unseren Willen zeigen, etwas zu unternehmen.“

Als Gipfel der Krise habe FloraHolland jetzt die dänischen Produzenten von ihren Handelsmessen ausgeschlossen, beklagen die dänischen Verbände weiter. Die niederländische Wettbewerbsbehörde habe die dänischen Erzeuger zu einer Telefonsitzung eingeladen und wolle die Sache untersuchen. Das FloraHolland-Management, das eine Kopie des Schreibens an die Behörde erhalten hat, habe bisher nicht reagiert.

Sein Sprecher verwies darauf, dass dieses Thema im vergangenen Jahr mehrmals auch mit Nicht-Mitgliedern diskutiert wurde und sich daher jetzt jeder weitere Kommentar erübrige. Auch deutsche Anlieferer hatten sich über die Vorgehensweise des Vermarkters beschwert, jedoch bisher noch zu keiner gemeinsamen Aktion gefunden. (fri)