Grüne Branche

Weihnachtsbäume-Saison mit Überraschungen

Der Arbeitskreis Weihnachtsbaum- und Schnittgrünproduzenten in der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände tagte Ende Januar, um ein Resümee der vergangenen Saison zu ziehen und die weitere Zukunft zu beraten. Dabei wurden wieder überraschende Entwicklungen festgestellt. Die aus Dänemark vorausgesagte Verknappung der Gesamterntemengen um drei Millionen Bäume ist nicht eingetreten. Der Grund: Der bestehende Bedarf wurde gedeckt durch eine höhere Ausbeute, vor allem in Dänemark, aber auch in anderen Produktionsländern. Statt 50 Prozent Ausbeute, von der die dänische Hochrechnung in 2005 ausging, wurden 65 Prozent der Bäume einer Fläche und mehr abgeräumt. Mit Auswirkung auf die Qualitäten, die teilweise deutlich schlechter waren als üblich.

So hätten sich einige Produzenten und Händler vermutlich aufgrund dieser angekündigten (und wieder nicht eingetretenen) Angebotsverknappung in einer Art "Beschaffungseuphorie" verkalkuliert. Ganze Lastzüge voll guter Ware standen zum Ende der Saison noch bereit. Das brachte noch einmal einen Ruck in die Verkaufstätigkeit. Diese guten Bäume wurden letztlich zu Aktionspreisen verschleudert, "um zu retten, was noch zu retten war".

Im Vorfeld waren Preiserhöhungen bis zu 30 Prozent angekündigt worden. In Nordrhein-Westfalen konnten hingegen nur Preissteigerungen von zehn bis 15 Prozent durchgesetzt werden (Meinolf Mütherich), in Niedersachsen von 15 bis 20 Prozent (Bernd Oelkers). In Bayern waren mit den durchgesetzten Preiserhöhungen sogar die Mautgebühren aufzufangen (Peter Geiß). Auch Thomas Emslander hat in Bayern eine gute Saison festgestellt, hinsichtlich der Preisakzeptanz und der Stimmung im Einzelhandel.

Die dänischen Produzenten, so Kaj Østergaard vom dänischen Anbauerverband, seien erstmals seit sechs oder sieben Jahren mit den Preisen zufrieden gewesen. Er räumte jedoch ein, dass die Ausbeute-Anhebung möglicherweise ein Fehler gewesen sei.