Grüne Branche

Weihnachtsbäume: Uni Kopenhagen forscht gegen Nadelfall

, erstellt von

Abies nordmanniana verliert in dänischen Beständen vermehrt Nadeln aus dem innersten Teil ihrer Zweige. Dieses Problem ist so gravierend, dass dänische Produzenten jährlich Umsatzeinbußen in Höhe von 20 bis 50 Millionen Kronen verbuchen. Forscher der Universität Kopenhagen untersuchen jetzt, ob Gene der Elternbäume für diesen „nackte Schultern“ genannten Schaden verantwortlich sind.

Neue Forschung: genetische Untersuchungen für einwandfreie Saat von Abies nordmanniana. Foto: Universität Kopenhagen

Baumkahlung bei Abies nordmanniana bislang auf Magnesium-Mangel zurückgeführt

Das Phänomen tritt seit 2014 in dänischen Plantagen auf. In den vergangenen Jahren wurde diese Baumkahlung oder Gelbfärbung der Nadeln auf Magnesium-Mangel zurückgeführt und angenommen, dass sich mit entsprechender Düngung gegensteuern lässt. Doch Forscher der Universität Kopenhagen vermuten jetzt, dass einige Bäume für dieses Schadbild genetisch anfälliger sind als andere. 

„Wir glauben, dass Bäume mit bestimmten Genotypen eher anfällig sind und nehmen ebenfalls an, dass Bäume unterschiedliche Fähigkeiten haben, Magnesium aufzunehmen oder zu nutzen“, erklärt Professor Ole Kim Hansen, Abteilung für Geowissenschaften und Natürliches Ressourcen-Management. 

Welche Rolle spielt Genetik bei Baumkahlung von Abies nordmanniana?

Nun soll untersucht werden, welche Rolle die Genetik spielt. Das Ziel ist, Bäume auszusortieren, die für das Phänomen genetisch anfällig sind, um die dänischen Saatgutbestände zu verbessern und dänischen Produzenten den Zugang zu besserem genetischem Material zu ermöglichen. 

„Wir haben begonnen, Daten aus anderen laufenden Weihnachtsbaum-Versuchen auf dem Feld zu messen um Problembäume zu identifizieren und hoffen, die Forschung auszuweiten, um das Schadensrisiko zu minimieren“, sagt Ole Kim Hansen. Unter anderem sollen DNA-Marker an Bäumen in kommerziellen Weihnachtsbaum-Plantagen verwendet werden, um Elternbäume zu identifizieren, deren Nachkommen unter den „nackten Schultern“ leiden. Diese „schlechten Eltern“ können dann aus den Saatgutbeständen entfernt werden. 

Forschung baut auf früheren Arbeiten auf

Da Krankheiten auch bei Pflanzen auf Wechselwirkungen von Genetik und Umwelt zurückzuführen sind, wollen die Forscher ihre genetischen Studien mit Arbeiten kombinieren, um Bodennährstoffe und Nadeln von einzelnen Anbaugebieten zu analysieren. Auf diese Weise werden sie in der Lage sein, den Magnesiumgehalt zu untersuchen, der wahrscheinlich eine wichtige Rolle bei der Bestimmung spielt, welche Bäume „nackte Schultern“ bekommen und welche nicht. Die Arbeit baut auf früheren Forschungsarbeiten auf, bei denen allein die Düngung im Mittelpunkt stand.