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Weihnachtsbaum: absichern gegen Hagel

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Hagelschauer gehören zu den Wetterereignissen, die Weihnachtbaumproduzenten – neben Spätfrösten – am meisten fürchten. Während immer mehr Anbauer dazu übergehen, in gefährdeten Lagen eine Frostschutzberegnungsanlage für ihre Kulturen zu bauen, gibt es gegen Hagelschäden keine Schutzvorrichtung. Wohl aber besteht die Option einer Versicherung.

Verletzungen an der Rinde eines Nobilis-Zweigs durch Hagel. Foto: Vereinigte Hagel

Die Vereinigte Hagel mit Hauptsitz in Gießen ist nach eigenen Angaben Marktführer in Deutschland im Bereich Pflanzenversicherungen. Der Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit mit rund 100.000 Mitgliedern ist durch acht Bezirksdirektionen in seiner Handlungsweise jedoch sehr regional ausgerichtet.

Hagel-Versicherung in der Regel mit fünf Jahren Laufzeit

In der Regel wird eine Hagel-Versicherung über fünf Jahre abgeschlossen, um in den Vorzug eines Mehrjährigkeitsrabattes zu kommen. Eine Vertragsverlängerung ist möglich, auf Wunsch können die Weihnachtsbaumkulturen auch nur für ein oder drei Jahre versichert werden. Dies würde jedoch zu einer Verteuerung der Versicherungsprämie führen. Die Produzenten haben die Möglichkeit, jährlich flexibel und individuell den Hektar-Wert der einzelnen versicherten Feldstücke festzulegen.

Die Bezirksdirektion Rendsburg der Vereinigten Hagel etwa hat für die Mitglieder der nördlichen Bundesländer den Sondertarif Nord zum Schutz gegen Hagel bei Weihnachtsbäumen erarbeitet, die Prämie beträgt zur Zeit 1,7 Prozent der Versicherungssumme bis zu einem Hektar-Wert von 40.000 Euro. Angebote für höhere Versicherungssummen oder für Flächen außerhalb der nördlichen Bundesländer sind zu erfragen.

Mischkalkulation gewährt kalkulierbares Risiko für Versicherer

Das Produkt basiert auf einer Mischkalkulation bei der auch der Versicherer ein kalkulierbares Risiko eingeht. Danach müssen sämtliche mit Weihnachtsbäumen bepflanzte Flächen eines Betriebes versichert werden, eben auch die jungen Kulturen, bei denen der finanzielle Schaden durch Hagel vom Produzenten durchaus noch verkraftbar wäre. Die Feldstücke mit den Jungpflanzen können entsprechend niedriger für die Versicherungssumme von den Produzenten festgelegt werden.

In der Regel legen die Weihnachtsbaumproduzenten bei Pflanzen bis zum sechsten Standjahr den Hektar-Wert mit einer Versicherungssumme zwischen 15.000 und 25.000 Euro fest. Dies ist zielführend darauf abgestimmt, bei einem Hagelschaden in der Weihnachtsbaumplantage mindestens einen Teil des Kapitalverlustes zu mildern, ähnlich einer Kfz-Teilkaskoversicherung.

Hagelschaden innerhalb von vier Tagen der Versicherung melden

Ein eingetretener Schaden muss innerhalb von vier Tagen gemeldet werden, und zwar die betroffene Fläche und das Alter der Kulturen, aber nicht die Stückzahl der dort stehenden Bäume. Fachlich ausgebildete, unabhängige Sachverständige aus dem gesamten Bundesgebiet stehen für die Schadenregulierung zur Verfügung.

Sie besichtigen und bewerten im Beisein des Mitglieds, damit jeder die korrekte Entschädigung erhält. Unterschieden wird bei der Regulierung in Totalverlust und Qualitätsverlust. Beim Totalverlust wird vorausgesetzt, dass der geschädigte Baum durch Schnitt- und Formierungsmaßnahmen nicht mehr zu retten ist.

Entschädigt werden auch Schnitt- und Formierungsmaßnahmen sowie Standzeitverlängerungen, wenn sich der geplante Erntetermin hagelbedingt verschiebt. Durchzuführende Korrekturmaßnahmen werden mit einem pauschalen Prozentsatz bewertet. Entstehende zusätzliche Lohnkosten für die Durchführung werden ebenfalls entschädigt.