Grüne Branche

Weihnachtsbaumanbauer: Anklage wegen Preismanipulation

Kurz vor Weihnachten meldeten mehrere Medien, dass die dänische Staatsanwaltschaft für schwere Wirtschaftsvergehen in Kopenhagen den dänischen Weihnachtsbaumanbauerverband wegen Preismanipulationen angeklagt hat. Sowohl in 2001 als auch in 2005 hatte die dänische Wettbewerbsbehörde den Verband aufgefordert, das Aussenden von Preisrichtlinien für Großhandelspreise an seine Mitglieder zu unterlassen. Der Verband fuhr damit in 2006 aber fort, worauf die Wettbewerbsbehörde die Staatsanwaltschaft einschaltete, die jetzt Klage erhob. Der Verband leite seine Mitglieder an, die Preise für Weihnachtsbäume zu kalkulieren und empfehle bestimmte Preise, was die Kartell-Sektion der Behörde als Verstoß gegen das Wettbewerbsgesetz betrachtet. Verbandsdirektor Kaj Østergaard sagte gegenüber der Financial Times, er habe nichts Unrechtes getan, beschuldigte vielmehr einige Großhändler, die versuchten, ihm den Mund zu verbieten. Der Anbauerverband erstelle jedes Jahr Statistiken über die von seinen Mitgliedern erzielten Umsätze und helfe bei der Kalkulation der Kulturkosten. Die Weiterbildung seiner Mitglieder und das Verbreiten von Zahlen sei nicht illegal. Die bereits im Oktober prognostizierten Preisanstiege würden vielmehr durch eine gestiegene Nachfrage nach Bäumen guter Qualität, die nicht ganz befriedigt werden konnte, hervorgerufen. Eine Zwei-Meter-Tanne habe etwa 32 Euro gekostet, erläuterte Østergaard. Ein Termin für das Verfahren steht noch nicht fest.

Der durch Überproduktion verursachte Preisverfall zwischen 1998 und 2004 habe die Anbauer davon abgehalten, weitere Kulturen anzulegen, während EU-Subventionen sie zusätzlich dazu verleiteten, Pflanzungen zu roden.

Die dänischen Exporte erreichten mit 14 Millionen Bäumen in den Jahren 2003/2004 ihren Höhepunkt und liegen jetzt bei etwa zehn Millionen.